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Neues und Aktuelles
Radioaktivität und andere Besonderheiten - Schwaz Drucken E-Mail
Geschrieben von Tiroler Tageszeitung   
Samstag, 23. Oktober 2004

Radioaktivität und andere Besonderheiten

Da Schwaz als "aller Bergwerk Mutter" tituliert wird, liegt es nahe, die Bergbaugeschichte in ihrer Gesamtheit bzw. Vielfalt aufzuarbeiten.


Das Institut für Österreichische, Deutsche und vergleichende Rechtsgeschichte an der Uni Innsbruck veranstaltet daher seit 2002 gemeinsam mit der Stadt jeweils im Herbst ein internationales Bergbausymposium. Heuer wird vom 29. September bis zum 3. Oktober der Bereich "Bergvolk und Medizin" behandelt. Als Untertitel wurde das Paracelsus-Zitat "Aus der Natur kommen Krankheit und Heilung" gewählt.

Wolfgang Ingenhaeff und Johann Bair betonten bei der Präsentation des Programmes, dass die Beteiligung der Bevölkerung nicht nur möglich sondern erwünscht sei. "Die Themen werden so präsentiert, dass sie auch für Laien verständlich sind", präzisierte Johann Bair.

Die Themen- und Referentenliste verspricht Interessantes. So referiert der Landesgeologe Peter Gstrein über die "Radioaktivität in Schwaz" (1. Oktober, 20 Uhr). Am 2. Oktober spricht Heinz Dopsch über Paracelsus und seine Beziehungen zu Schwaz. Auch das Eröffnungsreferat von Peter Mernik am 29. September - "Sicherheitsprobleme im Tiroler Bergbau unter besonderer Berücksichtigung von Schwaz" - verspricht Brisanz. Alle Referate sind frei zugänglich.

Heuer wird erstmals der "Schwazer-Silber-Forschungspreis" vergeben. Für die Zuteilung haben sich zwei Tiroler und ein Slowake qualifiziert. (TT)
 
Stams schreibt seine Geschichte neu Drucken E-Mail
Geschrieben von Tiroler Tageszeitung   
Samstag, 23. Oktober 2004


Stams schreibt seine Geschichte neu

Stams ist ein geschichtsträchtiger Ort, das ist bekannt. Jetzt kommen noch ein paar Jahrhunderte dazu - in der Zeit vor Christus.

Von GERHARD JÄGER

Bei einer Wegverbreiterung oberhalb des Campingplatzes in Stams entdeckte Jochen Tschavoll die verdächtigen Mauerreste. Mittlerweile gräbt Gerhard Tomedi vom Institut für Ur- und Frühgeschichte mit Studenten und Freiwilligen, um der Sache auf den Grund zu gehen. Und bereits in den ersten Tagen der Grabung überschlagen sich die archäologischen Ereignisse. Mauerreste von mehreren Häusern, Keramiksplitter und Spuren von Schlacke werden gefunden, dazu ein alter riesiger Schlüssel, der aber noch nicht genau zu datieren ist.

Bei den Keramikresten finden die Ausgräber die für unseren Raum typische rätische Keramik, aber auch keltische Importstücke - eine kleine Sensation: "Das ist in Tirol äußerst selten", freut sich Tomedi. "Die rätischen Bewohner haben also ein gewisses wirtschaftliches Potenzial gehabt."

Vier Häuser sind beim derzeitigen Stand erkennbar, die Ausgräber vermuten aber, dass es mehr waren. Tomedi spricht von einem dorfartigen Weiler, der sich an dieser Stelle befunden haben könnte. Er datiert die Funde in die Zeit von 600 bis 15 vor Christus.

Rätsel gibt die Lage der uralten Siedlung auf. Immerhin ist das Gelände relativ steil und im Winter drei Monate lang ohne einen Tropfen Sonne. Die Menschen müssen also einen Grund gehabt haben, sich in diesem kalten Eck anzusiedeln. Tomedi hat dazu eine Idee: Bergbau. "Wir haben schon Spuren von Schlacke gefunden. Bergbau könnte der Grund gewesen sein, dass die Menschen sich hier angesiedelt haben."

Näheres werden die Grabungen erweisen und die sind jetzt einmal auf zwei Jahre anberaumt. 26.000 Euro sind veranschlagt, die Hälfte davon kommt über den Leader-Verein von der Europäischen Union.

"Entlang des Jakobweges geht es um die Erhaltung des kulturellen Erbes", erklärt Leader-Chef Werner Kräutler. "Das wird in diesem Falle gefördert."

Das Land Tirol zahlt mit und auch private Sponsoren haben ihr Herz für die Ausgrabung entdeckt. Die Firmen Schenker, Felbermayr, Waldhart, der Rotary-Club Seefeld-Telfs und der TVB Tirol-Mitte beteiligen sich an den Kosten. Der Verein Archaeo Tirol stellt die Geräte zur Verfügung.

Beeindruckt von dem neuen Fenster in die Vergangenheit ist auch der Stamser Bürgermeister Franz Gallop. "Wir müssen wohl unsere Geschichte neu schreiben", vermutet der Dorfchef.


Mitarbeiter des Institutes für Ur- und Frühgeschichte und Freiwillige von der Kulturkooperative Stams auf Spurensuche
 
Brand in 148 Metern Tiefe - Türkei: Minenunglück fordert mindestens 13 Tote Drucken E-Mail
Geschrieben von BBV net   
Samstag, 23. Oktober 2004

Brand in 148 Metern Tiefe

Türkei: Minenunglück fordert mindestens 13 Tote

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veröffentlicht: 08.09.04 - 16:54


Bei dem Minenunglück in der Nordtürkei sollen mindestens 13 Arbeiter ums Leben gekommen sein. Foto: AP
Ankara (rpo). Im Norden der Türkei spielt sich zur Stunde ein Drama ab: Bei einem Minenunglück in fast 150 Metern Tiefe brach ein Feuer aus. Mindestens 13 Arbeiter starben, acht oder neun befinden sich nach Angaben der Baufirma noch in der Mine.
Neun weitere wurden verletzt, wie die Baufirma STFA mitteilte. Insgesamt waren beim Ausbruch des Feuers laut der Nachrichtenagentur Anadolu rund 30 Arbeiter in der Mine nahe der Stadt Kure eingeschlossen worden, wo sie in 148 Metern Tiefe am Bau eines Tunnels beteiligt waren. Zwei Arbeiter konnten sich selbst retten.

Zu den Eingeschlossenen bestand laut Rettungskräften Kontakt durch einen Lüftungsschacht. In diesen sollte an einem Seil ein Rettungskorb nach unten gelassen und die noch Eingeschlossenen so an die frische Luft gebracht werden. Nach Angaben der beiden entkommenen Arbeiter wurde das Feuer durch Schweißarbeiten ausgelöst.

An dem Tunnel in der rund 350 Kilometer nordöstlich von Ankara gelegenen Mine wird seit drei Jahren gebaut. Durch ihn sollen später einmal Lastwagen mit abgebauten Kupfer fahren können.
 
Bergwerksunglück in der Türkei Drucken E-Mail
Geschrieben von NTV   
Samstag, 23. Oktober 2004
Donnerstag, 9. September 2004
19 Tote / 31 Eingeschlossene
Bergwerksunglück in der Türkei

Bei einem Großfeuer in einer Kupfermine im Norden der Türkei sind am Mittwoch 19 Bauarbeiter in einem Tunnel ums Leben gekommen. Bisher konnten nur neun Menschen gerettet werden, berichtete die Nachrichtenagentur Anadolu.

Weitere 31 Männer seien in einem Stollen eingeschlossen. Die Rettungskräfte haben jedoch Funkkontakt zu den Eingeschlossenen. Diese schätzten ihre Lage selbst als "sicher" ein.

Zwei Männer, die sich selbst aus dem Tunnel retten konnten, beschrieben das Feuer als sehr intensiv. Der Brand brach vermutlich nach Schweißarbeiten aus. Es gelang der Feuerwehr, die Flammen zu löschen, aber kurz darauf stürzte der Eingang des Tunnels ein.

In der Türkei sind Explosionen und Feuer in Bergwerken keine Seltenheit. In diesem Jahr sind bei Unfällen unter Tage bereits mehrere Menschen ums Leben gekommen.
 
Einblicke in das harte Leben der Siegerländer Bergarbeiter Drucken E-Mail
Geschrieben von Westfalenpost   
Samstag, 23. Oktober 2004


Einblicke in das harte Leben der Siegerländer Bergarbeiter

Wilnsdorf. (sk) Das Eisen hat die Wirtschaft des Siegerlandes seit der Früh-La-Tène-Zeit maßgeblich beeinflusst, die Landschaft geformt, das Wesen der hier lebenden Menschen bis in die Neuzeit geprägt. Bergbau, Forstwirtschaft und Köhlerei lieferten den Rohstoff, der für die industrielle Verhüttung von Eisen und Stahl im Siegerland nötig waren.


Die im Siegener Leimbachtal gelegene ehemalige Eisenerz-Grube Ameise hatte im Jahr 1931 eine Belegschaft von 280 Mann, die jährlich 70 000 Tonnen Erz aus den 850 Meter tiefen Tagesschacht förderte. Die Gesamtteufe betrug 990 Meter. Die Grube Ameise war seit 1915 im Besitz der Rheinischen Stahlwerke und erhielt damals eine Seilbahn, um das gewonnene Erz zur Eisen-Verladestation in der Siegener Eintracht zu transportieren. Dies geschah mittels Hängeloren, die über das Leimbachtal und den Rosterberg bis zur Eintracht im Siegtal geführt wurden. Der karge Boden des Siegerlandes konnte seine Bewohner von jeher nicht ernähren. So bot, wie andere Erz-Gewinnungsstätten im Siegerland auch, die Grube Ameise - im Volksmund "Ämes" genannt - ein halbes Jahrhundert lang, also bis zu ihrer Schließung im Jahr 1958, den Menschen aus Eisern, Obersdorf, dem Weißtal, der Dillkreis-Gemeinde und den Siegenern Lohn und Brot.

Das am Freitag eröffnete Bergwerksmuseum auf dem Grimberg in Niederdielfen gibt dazu bemerkenswerte Einblicke in das Leben und Arbeiten jener Zeit. Viele Menschen aus dem Bereich der heutigen Gemeinde Wilnsdorf fanden Arbeit in der Grube Ameise. Viele mussten damals Tag für Tag auf Schusters Rappen den Weg zur Grube und nach Schichtende auch wieder nach Hause antreten.

Zehn Stunden täglich Von einer 40-Stunden-Woche konnte keine Rede sein. Zehn Stunden täglich an sechs Tagen in der Woche musste das Erz mühsam gebrochen werden. Viele kämpften dabei nicht nur mit dem harten Stein, sondern auch gegen ihren Hunger. Etliche Grubenarbeiter nahmen Speck mit, um sich daran "satt zu kauen". Ältere Siegerländer wissen davon zu berichten, dass es damals schon etwas Besonderes war, wenn man nicht im Erzbergbau, sondern in anderen Sparten sein Berufsleben begann. Letztlich war die Arbeit unter Tage mit etlichen Gefahren verbunden. Wassereinbrüche, Schachteinstürze oder auch die bei den Bergleuten gefürchtete Staublunge seien stellvertretend genannt. Noch in den 50-er Jahren gab es Todesfälle in der Grube Ameise zu beklagen. Im Schnitt ein toter Arbeiter pro Jahr. Dabei hatten sich nach dem Krieg die Arbeitsbedingungen wesentlich verbessert. Auch in der Grube Ameise wurde seit den 30-er Jahren nicht mehr trocken, sondern nass gebohrt. Mit dem positiven Effekt, dass etwa die Zahl der an einer Staublunge erkrankten Arbeiter zurückging.

Ein Fortschritt war auch, dass die Loren nicht mehr von Hand oder von Pferden gezogen werden mussten, sondern dies von nun an elektrisch betriebene Fahrzeuge erledigten.

In der Grube Ameise waren in den späten 50-er Jahren die Eisenerz-Vorkommen weitgehend ausgebeutet. Vor dem Hintergrund der nationalen Absatzkrise und dem wachsenden Konkurrenzdruck aus dem Ausland, das günstiger Erz fördern konnte, kam das Ende für die Grube Ameise nicht überraschend. Die verbliebenen Arbeitskräfte wurden in anderen Betrieben untergebracht. Der Eisenerzabbau im Siegerland wurde Mitte der 60-er Jahre endgültig eingestellt. Am 31. März 1965 wurde die letzte Grube geschlossen.

Die Gebäude und Förderanlagen der Grube Ameise zerfielen im Laufe der Jahre. Bis Mitte der 70-er Jahre wurde ein Gebäude gastronomisch genutzt. Spaziergänger oder Fußballfans, die zum nahe gelegenen Leimbachstadion unterwegs waren, legten in der Gruben-Kneipe für ein Glas Bier gerne eine kleine Rast ein. Gegen Ende der 80-er Jahre jedoch mussten die verbliebenen Ruinen der "Ameise" abgerissen werden, da erhöhte Unfallgefahr bestand. Heute erinnern lediglich ein Betonpfeiler und ein paar Haufen Schutt, zudem ein zugewachsener Gedenkstein an die Grube Ameise.
 
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