In der Mentalität der Deutschen liegt es, ein extremes Sicherheitsbedürfnis zu haben – zumindest sollten wir das. Dies geht soweit, dass Sicherheit nicht mehr selbst bestimmt ist, sondern von der Obrigkeit aufgezwungen wird. Sicherheit ist also nicht Bürgerecht und Bürgerermessen, sondern ein höchstoffizieller Akt. Sicherheit alleine ist aber nicht ausreichend, es muss auch alles seine Ordnung haben. Sprich: Ordnung und Sicherheit – Grundfesten des Deutschen Staates. Nun gibt es Regeln und jede Menge Vorschriften, was sicher und was unsicher, war ordnungsgemäß und was ordnungswidrig ist. Weiterhin gibt es dann noch die Ordnung, die „ästhetisch“ verstanden ist. Die Anschauung darüber ist so konträr wie Geschmäcker verschieden sind. Nicht zuletzt wären dann noch weitere Gesichtspunkte wie Profitsucht, Desinteresse oder Unwissenheit. Alles zusammen und jedes einzeln kann ein Grund sein, ein Grund ein montanhistorisches Objekt zu zerstören, unzugänglich zu verschließen, oder noch schlimmer: zu verwahren*.
Dieser Abschnitt hier soll diese Objekte zeigen. Wir werden nicht über die Gründe urteilen, warum die Dinge so sind wie sie sind, sondern wir zeigen nur was war und was jetzt ist. Und wir haben auch etwas Angst davor, denn es könnte viel schlimmer sein, als wir denken. Jeder, der ein Objekt dokumentiert hat, welches – aus welchem Grund auch immer – heute zerstört, mit Beton gefüllt, kaputt saniert oder anderweitig verloren ist, ist aufgerufen, ja geradezu vor seiner Ehre und seinem Gewissen verpflichtet, nicht zu schweigen, sondern mit dem Finger darauf zu zeigen – vielleicht hier. Wer etwas beitragen kann: info@untertage.com, auf Wunsch werden die Daten auch anonym verwaltet. Und es sind nicht nur die Bergwerke selber gemeint, sondern alles, was montanhistorisch relevant ist: z.B. Huthäuser, Wäschen, Hütten, Kauen, Bergschulen, Bergämter, Sammlungen etc.
*Unter verwahren verstehen die Bergämter und Bergsicherungsunternehmen die dauerhafte Verschließung eines Objektes. Diese Verschließung ist so vorzunehmen, dass über lange Zeiträume keinerlei Änderungen durch das Objekt hervorgerufen werden können. In der Regel heißt verwahren verfüllen oder zerstören der Hohlräume. |