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Seite 1 von 4 Das strahlende Geleucht Wartungsanleitung für elektrische Ni Cd/Fe Grubenlampen
von Michael Kitzig
1.0 warum elektrisches Geleucht?
In der praktischen Bergbauforschung sowie den verwandten Bereichen wie z.B. Höhlenforschung ist die Verwendung einer zuverlässigen Lichtquelle ( und natürlich entsprechende Notreserve ) schon aus Sicherheitsgründen oberstes Gebot. Ganz ohne Licht wird nämlich die Orientierung selbst in einem gut bekannten Grubengebäude sehr rasch völlig unmöglich. Das haben natürlich schon die Alten erfahren müssen, und nicht ohne Grund erscheint in den Bergmannssagen der Berggeist häufig mit einem besonders hellen Licht und gibt den in Not geratenen Bergleuten Öl auf die Lampe... In alten Grubenbauen finden sich deswegen auch immer wieder Vorratsfläschchen mit Öl. Das offene Geleucht, betrieben mit Öl oder Fett („Unschlitt“) war über Jahrhunderte die einzige Lichtquelle, denn die ach so „romantischen“ Fackeln eigneten sich schon damals wegen der erheblichen Rußbildung und des hohen Sauerstoffverbrauches nicht und sollten auch heute höchstens schlecht gemachten Kino- Produktionen vorbehalten bleiben. Wer schon einmal eine echte „Froschlampenbefahrung“ probiert hat, weiß den Entwicklungsfortschritt des bergmännischen Geleuchtes wirklich zu schätzen! Eigentlich kaum vorstellbar, daß man mit so was in die Grube gefahren ist- selbst der kleinste Wetterzug löscht die Flamme sofort aus, von Tropfwasser ganz zu schweigen... und dann gab es nicht mal Streichhölzer, sondern nur Feuersteine zum wieder anzünden! Auf das eventuell noch brennende Geleucht der Kameraden sollte man sich nämlich- damals wie heute- nicht verlassen! Praktische Bedeutung (für stationäre Zwecke) haben da heute nur noch Kerzen. Der unbestrittene Vorteil der o.g. Lichtquellen ist allerdings, daß sie „matte Wetter“, d.h. Sauerstoffmangel oder CO2- Seen anzeigen. Brennbare Gase können sich allerdings daran entzünden, und diese gibt es durchaus nicht nur im Kohlebergbau, sondern auch als Fäulnisgase, meist im Wasser gelöst, in Erzgruben. In bestimmten Sonderfällen kann daher auch heute noch eine Benzin-Wetterlampe ihre Anwendung finden. Das Verhältnis: Lichtausbeute zum Gewicht, ist allerdings extrem ungünstig, und zum reinen Prüfen des Sauerstoffes in den Wettern eignet sich auch ein Feuerzeug, dessen Flamme bei etwa 16% Sauerstoff (in 0 m ü. NN) erlischt. Durchaus eine Alternative, in der Höhlenforschung sogar bevorzugt, ist auch heute noch die Karbidlampe, und zwar in ihrer Ausführung mit getrenntem Entwickler und Brenner am Helm, damit man die Hände frei hat. Das Geleucht hat den unbestrittenen Vorteil, daß man jederzeit untertage den Betriebsstoff nachfüllen kann und so, genug Reserve- Karbid vorausgesetzt, eine praktisch unbegrenzte Brenndauer erreicht. Es gibt – ohne Reflektor- eine gute Raumausleuchtung und mit Reflektor einen weichen Übergang des Lichtkegels, eignet sich aber nicht zur Ausleuchtung langer Strecken, hoher Abbaue oder dergleichen. Schließlich kann man noch seinen Kaffee über der Flamme wärmen; dazu sind sogar mal extra Modelle entwickelt worden.. . Die Empfindlichkeit gegenüber Wetterzug ist sehr gering; allerdings sorgt ein Tropfen Wasser an der richtigen Stelle (Düse) für sofortige Finsternis. Für kurze Befahrungen lohnt sich die Inbetriebnahme kaum, und der Karbid“duft“ im Auto nach der Befahrung ist auch nicht jedermanns Sache. Karbidlampen sind auch nichts für Beamte, denn sie wollen ständig bewegt werden und eignen sich somit auch wenig für`s Biwak. Das gilt auch für die sogenannten Beamtenlampen! Und dann ist da noch der Sicherheitsaspekt: mit der offenen Flamme, zumal am Helm und damit „unbeobachtet“, können so einige Dinge unliebsame Bekanntschaft machen: Fledermäuse, der Kameraden Hosenböden, brennbare Flüssigkeiten in Maschinenräumen und –besonders tückisch- das Kletterseil, an dem man gerade hängt! Karbidlampen gehören in erfahrene Hände, sonst brennt ganz schnell mal der Helm (selbst erlebt) oder der Kamerad steht plötzlich im Dunkeln und dampft aus dem Pulli, da sich der Schlauch vom Entwickler gelöst hat.., nicht auszudenken, wenn der jetzt mit dem Feuerzeug hantiert hätte! Der vermeintliche Vorteil des Erkennens matter Wetter existiert nur bedingt; dabei soll sich die Flamme etwas rötlich färben. Auf das Verlöschen sollte man lieber nicht warten, denn mir liegt ein Bericht aus dem Jahr 1943 vor: Im Kaliwerk Kaiseroda hatte es da einen heftigen CO2- Ausbruch gegeben, bei welchem sich das Gas wie Wasser aus dem Schacht über den Zechenplatz ausgebreitet hat. Die anschließende Bewetterung gestaltete sich schwierig, da sich das CO2, schwerer als Luft, nur schwer aus dem Schacht drücken ließ und einen Spiegel bildete. Um diesen zu kontrollieren, ließ man Bergleute im Korb einfahren und hängte unter diesen als Indikator eine Karbidlampe. Zitat: Es ergab sich, daß diese Lampe gegen CO2 wesentlich weniger empfindlich ist als der Mensch, da trotz der unverändert unter dem Korbe brennenden Lampe ein Mann auf diesem bewußtlos wurde! Soweit zu diesem Thema.. . Benzin- und Gasdrucklampen eignen sich gut für`s Biwak und stationäre Zwecke, sind aber sonst zu erschütterungsempfindlich. Weiterer Vorteil: man kann Socken drauf trocknen. Petroleumlampen rußen untertage fürchterlich! Elektrisches Geleucht hat natürlich auch seine Nachteile: keine Wetterdiagnose (Feuerzeug mitführen!), Akkus in der Regel nicht unter Tage nachladbar, und es bedarf einer gewissenhaften Wartung und Pflege, da man der Lampe von außen nie ansieht, wie lange sie wohl halten wird?! Aus diesem Grund gibt es diesen Artikel; für die Pflege von Karbidlampen gibt es gute Tips bei den Höhlenforschern! Selbstverständlich benutzen wir heute moderne elektrische Kopflampen; die kiloschweren Mannschaftslampen gehören ins Museum und Taschenlampen aus dem Supermarkt am besten auf den Müll. Für die Zukunft scheint die Entwicklung weißer Leuchtdioden interessant zu werden; zur Zeit gibt es jedoch wohl kaum etwas robusteres als die kommerziell nach strengen Normen gefertigten Bergbau- Lampen, die ich im folgenden vorstellen werde. Für einen guten Tausender in der Neuanschaffung kann man ja auch einiges erwarten... .
2.0 Elektrische Kopflampen
In Deutschland trifft man im allgemeinen auf Fabrikate folgender Hersteller: CEAG, FRIWO und GLZ (Grubenlampenwerk Zwickau). Außerdem sind Fabrikate des britischen Herstellers OLDHAM in Verwendung. Es gibt verschiedene Modellreihen mit unterschiedlichen Eigenschaften, auf die ich im folgenden näher eingehen werde. (nur die gebräuchlichsten Typen) Pflege und Wartung der unterschiedlichen Typen sind aber weitgehend identisch.
2.1 CEAG (Herstellerangaben)
| Typ |
MLC 4.1 |
MLC 5.1 |
MLC9 |
HLE 7 |
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| Akkukapazität: |
11 Ah |
14 Ah |
9 Ah |
7 Ah |
| Ladespannung: |
5,0 V |
5,1 V |
5,1 V |
230 V |
| Glühlampe 3,75 V: |
1,0 / 0,5A |
1,0 / 0,5A |
0,4 / 0,8A |
0,4 / 0,8A |
| Brenndauer Hauptwendel: |
10 h |
12-13 h |
0,4/0,8A |
0,4/0,8A |
| Brenndauer Nebenwendel: |
20 h |
24 h |
19h |
ca.17h |
| Abmessungen: |
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| Höhe |
160 mm |
203 mm |
181 mm |
181 mm |
| Breite |
124 mm |
170 mm |
156 mm |
156 mm |
| Tiefe |
60 mm |
63mm |
45 mm |
45 mm |
| Kabellänge: |
1400 mm |
1400 mm |
1400 mm |
1400 mm |
| Masse: |
2,0 kg |
2,3 kg |
1,6 kg |
1,8 kg |
| Besonderheiten: |
gedrungen |
groß |
flach |
s.u. |
Zur HLE 7: Dieser Typ besitzt ein eingebautes 230 V Ladegerät mit dem Nachteil, daß dessen Gewicht zusätzlich mit herumgeschleppt werden muß. Außerdem arbeitet er nicht mit den üblichen Naßzellen, sondern mit den gegenüber Tiefentladungen viel empfindlicheren gasdichten Zellen. Ist aber praktisch für kurze Aktionen unterwegs. Die Lampe darf wegen des EX- Schutzes nur mit der dazugehörigen Ledertasche betrieben werden.
Ich bevorzuge selbst die MLC 9, welche es inzwischen in der Version 9.2 gibt: Diese ist etwas höher, da die Entgasung des Lampendomes verbessert wurde. Außerdem gibt es neue Akkus, erkennbar an anderen Kammerhoffröhrchen und an einem tiefer markierten Laugenstand. Diese neuen Akkus haben deutlich mehr Kapazität; Werksangaben dazu liegen mir nicht vor, aber nach eigenen Messungen erreichen die Zellen 12- 14 Ah. Damit steht die MLC 9.2 einer 5.1 in der Brenndauer nicht mehr nach und ist um einiges handlicher und leichter.
Für Sonderzwecke, d.h. lange Einsatzzeiten, kann man sich eine MLC 4.1 umbauen auf Silber- Zink Zellen und erreicht damit zweimal 18 h großes oder 36 h kleines Licht und könnte somit gut 70 h unterwegs sein. Umbauanleitung siehe unten.
Alle CEAG- Lampen gibt es sowohl in einer EX- geschützten Ausführung (Verschluß mit Dreikantschraube) als auch in einer schlagwettergeschützten Ausführung, die weitaus häufiger ist. Letztere kann man nur mit einem Spezialmagneten öffnen, so daß ggf. ein Umbau des Verschlusses ratsam ist (siehe dort).
2.2 FRIWO (Friemann und Wolf GMBH, Duisburg), Herstellerangaben
| Typ: |
14202 |
14303 |
| Ladespannung: |
3,4 V |
5,2 V |
| Akkukapazität: |
14 Ah (zweizellig) |
14 Ah (dreizellig) |
| Glühlampe: |
2,5 V 1,0 / 0,5 A |
3,75 V 1,0 / 0,5A |
| Brenndauer Hauptwendel: |
12-13 h |
12-13 h |
| Brenndauer Nebenwendel: |
ca. 25 h |
ca. 25 h |
| Maße(L x B x H): |
113 x 46 x 182 mm |
129 x 59 x 182 mm |
| Gewicht (Gehäuse): |
1,46 kg |
2,05 kg |
Der traditionsreiche Hersteller hat die Grubenlampenproduktion leider eingestellt, so daß es wohl bald Engpässe mit Ersatzteilen geben wird. Leider habe ich nur für die oben angeführten Typen Werksangaben. Wie bei CEAG auch, gibt es noch zahlreiche Beamtenmodelle, die jedoch für den praktischen Gebrauch ausscheiden, da sie durchweg sehr geringe Brenndauer wegen des kleineren Akkus haben. Für die Herren war halt keine volle Schicht vorgesehen. Zu beachten ist weiterhin, daß die verwendeten Glühlampen zwar ähnlich aussehen, aber untereinander nicht passen, da die CEAG- Ausführung länger ist. Die Ladestecker sind selbstverständlich auch unterschiedlich, bei den oben angeführten Modellen der Hersteller aber untereinander gleich; ältere Modelle des gleichen Herstellers können aber verschiedene Stecker erfordern! Die Kabellänge wird bei FRIWO mit 1300 mm angegeben, also doch besser eine CEAG für lange Leute!
2.3 GLZ (Grubenlampenwerk Zwickau)
Hier sind mir zwei Kopflampen- Typen bekannt, und zwar ein zweizelliger mit 2,3 V Birne und 13 Ah Akku und ein dreizelliger mit 3,6 V Birne und 12 Ah Akku. Die Birnen haben je 0,5 / 1,0 A Wendeln. Werksangaben habe ich leider nicht. Die Betriebszeiten dürften bei gut gepflegten Exemplaren ähnlich der CEAG / Friwo Modelle sein. Besonders gute Akkus sind mir aber bis jetzt noch nicht untergekommen, obwohl die Produktion dem Vernehmen nach noch laufen soll. Die im markanten Trabi- Grau gehaltenen Lampen weisen Besonderheiten auf: Akku und Unterteil sind eine Einheit! Deshalb hat wohl der zugehörige Lampenriemen eine Schutzplatte, damit niemand mit eventuell auslaufendem Elektrolyt in Berührung kommt. Ansonsten ist es allgemein üblich, den Akku in ein separates Gehäuse- Unterteil zu stecken. Außerdem sind die Leitungen mit den Batteriepolen verschraubt und nicht wie üblich mit Federkontakt verbunden. Beim hastigen Akkuwechsel kann da schon mal was abreißen!
2.4 Fa. Oldham, GB
Kopflampen in der Größe und den Daten einer MLC 9. Allerdings wird hier ein Bleisammler mit allen seinen Nachteilen benutzt (siehe Akkuwartung). Das Kopfstück hat keine Zweifadenbirnen, sondern getrennte für Haupt- und Nebenlicht, ersteres als Halogenbirne, was ein weißeres Licht ergibt (sofern der Bleiakku mit macht). Werksangabe liegen mir auch hier leider nicht vor, Betriebserfahrungen ebenfalls nicht.
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