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Siegener Loch kostet Millionen |
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Geschrieben von Kölner Stadtanzeiger
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Donnerstag, 9. Dezember 2004 |
Siegener Loch kostet Millionen
Der teuerste Bergbauschaden in der Geschichte des Landes.
Siegen - Das „Siegener Loch“ ist mit Kosten von bisher rund 3,5 Millionen Euro
der teuerste Bergbauschaden in der Geschichte Nordrhein-Westfalens. Knapp zehn
Monate nach dem Aufbrechen eines 60 Meter tiefen Schlundes im Wohngebiet „Rosterberg“ am
Rande der Siegener Innenstadt sollten die Sicherungsarbeiten nun abgeschlossen
werden, berichtete Andreas Nörthen vom Bergamt Recklinghausen am Dienstag. „Derzeit
finden letzte Nachbohrungen statt“, sagte er. Dann könne das Siegener Bauordnungsamt
prüfen, ob die beiden letzten Mehrfamilienhäuser wieder bewohnt werden
können.
Neben Sicherungs- und Verfüllkosten seien in dem Millionenbetrag auch rund
250 000 Euro für Soforthilfe für die Betroffenen enthalten. Der größte
Teil des Geldes sei aber im wahrsten Sinne des Wortes in den Berg gepumpt worden. „Wir
haben 22 000 Kubikmeter Verfüllmaterial eingebracht“, sagte Nörthen.
Noch unklar sei die Höhe der Gebäudeschäden an den betroffenen
Häuserzeilen. Ein Eigentümer hat das Land auf Schadensersatz verklagt.
Das „Siegener Loch“ ist damit ungefähr doppelt so teuer wie der „Millionen-Krater“ in
Bochum-Höntrop, in dem Anfang des Jahres 2000 eine Garage versunken ist.
Beim Einbruch des Steinkohleschachts im Ruhrgebiet konnte sich das Land rund
die Hälfte der Kosten aber vom Verursacher zurückholen. „Wir haben
in Siegen keine Rechtsnachfolger der ehemaligen Bergwerke gefunden“, sagte Nörthen.
Insgesamt hatte es im Berg unter dem Siegener Wohngebiet vom Mittelalter bis
in die 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts Erzbergbau gegeben.
Insgesamt waren im Februar in dem Siegener Wohngebiet 90 Menschen aus acht Mehrfamilien-Reihenhäusern
evakuiert worden. Die ersten Bewohner konnten nach kurzer Zeit in ihre Wohnungen
zurückkehren. An einem der Häuser war eine Kellerecke abgebrochen.
Hier hatte das Bergamt ein „Betretungsverbot“ erteilt, so dass die Bewohner bisher
noch nicht einmal ihren Hausrat bergen konnten. (dpa)
Quelle:
Kölner
Stadtanzeiger
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