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2. Markscheiderische Zeichen, Tafeln und Markierungen, Grubenfeldgrenzen Drucken E-Mail
Geschrieben von Dr. Thomas Witzke   
Freitag, 20. Mai 2005



2.4. Markscheiderische Fixpunkte (Polygonpunkte)

Markscheiderische Fixpunkte (Polygonpunkte) wurden erst mit umfangreichen Vermessungsarbeiten wie sie zur Erstellung von Rissen notwendig sind, erforderlich. Sehr alte Polygonpunkte sind deshalb nicht zu erwarten. Besonders im 16. und 17. Jahrhundert wurde vielfach nur mit an geeigneter Stelle eingeklemmten Holzstöcken gearbeitet. Derartige Vermessungshilfen haben sich gelegentlich bis heute erhalten.
Kompliziertere Vermessungsarbeiten erforderten feste Polygonpunkte, die auch nach einiger Zeit wieder gefunden werden mussten. Dazu schlug man Stufen in Form eines Kreuzes ins Gestein. Häufig weisen sie im Zentrum ein Bohrloch für den Holzdübel auf. An einer Schraube im Dübel konnte dann die Lachterschnur befestigt werden.
Zuweilen sind neben den Kreuzen auch andere Zeichen verwendet worden.
Mit der Einführung des Theodoliten zur Vermessung und dem Wegfall der Lachterschnur kamen diese Zeichen außer Gebrauch und wurden durch aufgehängte Plaketten oder Tafeln ersetzt.


Bild 2.4.01:
Markscheidekreuz mit Bohrloch und Holzdübel. Reiche Zeche, Freiberg, Sachsen. Foto Thomas Witzke.









Bild 2.4.02:
Markscheidekreuz. Freudenstein Erbstolln, Halsbrücke bei Freiberg, Sachsen. Foto Michael Pfefferkorn.









Bild 2.4.03:
Markscheidekreuz. Rheinisch Wein, Halsbrücke bei Freiberg, Sachsen. Foto Holger Lausch.









Bild 2.4.04:
Markscheidekreuz. Neuhoffnung Stollen, Kamsdorf, Thüringen. Foto Thomas Witzke.









Bild 2.4.05:
Markscheidekreuz und Gedingezeichen. Juliane-Stollen, Kamsdorf, Thüringen. Foto Thomas Witzke.









Bild 2.4.06:
Markscheidekreuz in der Tiefen Rösche, Thurm Rosenhof, Clausthal, Harz, Niedersachsen. Foto Thomas Witzke.









Bild 2.4.07:
Markscheidekreuz, 1879. Grube Wohlfahrt, Rescheid, Eifel, Nordrhein-Westfalen. Foto Thomas Witzke.









Bild 2.4.08:
Markscheidekreuz, wahrscheinlich 16. Jahrhundert. Stüblbau der Goldlagerstätte Schellgaden, Lungau, Salzburg, Österreich. Foto Christian Auer.










Zeichen zur Höhenmessung oder -markierung ?

Vermutlich zur Höhenmarkierung und -messung könnte das folgende, nur aus einem waagerechten Strich bestehendes Zeichen von etwa 4 x 1 cm Abmessung gedient haben. Es findet sich mehrfach in den Resten des ursprünglichen, aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts stammenden Teilen der Müdisdorfer Rösche bei Brand-Erbisdorf im Freiberger Revier. Damit könnte das Gefälle in der Rösche festgelegt worden sein. Eine andere Möglichkeit ist, dass es sich um ein Vortriebszeichen handelt.


Bild 2.4.09:
Vermutlich Zeichen zur Höhenmessung und -markierung, Müdisdorfer Rösche, Müdisdorf bei Brand-Erbisdorf, Sachsen. Zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts. Foto Thomas Witzke.











© Thomas Witzke und die jeweiligen Bildautoren


Letzte Aktualisierung ( Freitag, 20. Mai 2005 )
 
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