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Seite 2 von 3 4.3. Unfalltafeln
Die folgende Tafel aus dem Freiberger Revier (Grube St. Donat, 4. Donater Schacht) soll nur vorläufig hier eingeordnet werden, da ihre Bedeutung nicht geklärt ist. Gegenwärtig gibt es mehrere Deutungen. Eine Erklärung geht von einer Unfalltafel aus. Demnach wäre hier im Jahre 1576 ein Hans Benel (das N im Vor- und Nachnamen ist auf der Tafel nur durch einen Strich angegeben) verunglückt. Dafür würde das Kreuz sprechen, dagegen aber die Tatsache, dass Unfalltafeln im Freiberger Revier unüblich waren. Die zweite Deutung geht von einem reichen Erzanbruch an dieser Stelle aus. Die Grube hat im Zeitraum 1524 - 1591 lediglich von 1575 - 1577 Ausbeute geliefert, danach verschwand sie wieder in der Bedeutungslosigkeit. Das höchste Silberausbringen mit 145 kg wurde 1576 erzielt. Schwierig ist nach dieser Deutung allerdings das Kreuz zu erklären, denkbar ist, dass es ein Symbol für die Dankbarkeit für den Erzanbruch wäre. Weiterhin hat es im Freiberger Revier erheblich größere Erzanbrüche gegeben, die nicht durch Tafeln gewürdigt sind. Eine dritte Deutung wäre ein Durchschlag zu einem Entwässerungsstollen, durch den der Abbau in tieferen Grubenteilen möglich wurde und damit auch die stark gestiegenen Erzlieferungen erklärt werden können. Das Kreuz könnte dann wieder die Dankbarkeit symbolisieren, unklar wäre aber die Bedeutung des Namens. Die Tafel ist auf mehreren Grubenrissen vermerkt. Angaben zur Person Hans Benel sind bisher nicht bekannt. Zechenregister von St. Donat aus dieser Zeit fehlen. Im Freiberger Bürgerbuch taucht Hans Benel nicht auf, was aber nur bedeutet, dass er kein Hausbesitzer war oder in einer Vorstadt gewohnt haben kann. In Zusammenhang mit dieser Tafel steht eine vermutlich in der Mitte des 18. bis Anfang des 19. Jahrhunderts entstandene Sage, auf die von KUGLER (1998) näher eingegangen wird. Die Sage handelt von dem armen Bergknecht Hans, der Hilfe von einem Berggeist bekommt, dafür aber Schweigen bewahren muss. Beim reichlich genossenen Bier plaudert er das Geheimnis aus. Dafür wurde er vom Berggeist umgebracht. Die Haspelknechte konnten ihn nur noch tot im Kübel bergen. Armut-Beschenkung-Geheimnisverrat-gewaltsamer Tod ist ein typisches Sagenmotiv. Die konkrete Bedeutung der Tafel war offenbar schon im 18. Jahrhundert nicht mehr bekannt, was Anlass zur Entstehung der Sage gab.
 | | Bild 4.3.01: Tafel mit Kreuz und Inschrift Hans Benel, Grube St. Donat, Revier Himmelfahrt Fundgrube, Freiberg, Erzgebirge, Sachsen. Foto: Michael Pfefferkorn.
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Die folgende Tafel ist ebenfalls möglicherweise eine Unfalltafel. Sie befindet sich auf dem Samuel-Spat, Moritz Stollen in Zug, Erzgebirge.
 | | Bild 4.3.02: Fragliche Unfalltafel, Moritz-Stollen, Zug bei Freiberg, Erzgebirge, Sachsen. Foto: Michael Pfefferkorn.
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4.4. Tafeln zum Besuch hoher Persönlichkeiten
Zwei sehr schön gearbeitete Tafeln zum Besuch von König Friedrich August im Jahr 1852 und König Johann mit Prinz Georg im Jahr 1855 befinden sich im Rothschönberger Stollen in Sachsen. Der Besuch unterstrich auch die Bedeutung des Stollens für das Freiberger Revier.
 | | Bild 4.4.01: Tafel zum Besuch von König Friedrich August 1852. Rothschönberger Stolln, Sachsen. Foto: Michael Pfefferkorn.
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 | | Bild 4.4.02: Tafel zum Besuch von König Johann und Prinz Georg 1855. Rothschönberger Stolln, Sachsen. Foto: Michael Pfefferkorn.
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Eine leider recht schlecht erhaltenen Tafel zum Besuch von Prinz Friedrich von England findet sich im Mundlochbereich des Tiefen Georg Stollens im Harz.
 | | Bild 4.4.03: Tafel zum Besuch von Prinz Friedrich von England. Tiefer Georg Stollen, Bad Grund, Harz, Niedersachsen. Foto: Michael Kitzig.
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Der schwer lesbare Text lautet: IHRO KÖNIGL. HOHEIT DER PRINZ FRIEDRICH VON ENGLAND PRINZ BISCHOF ZU OSNABRÜCK GERUHETEN IN HOHER PERSON DEN TIEFEN GEORG S(TOLLEN) ZU BEFAHR(EN) DEN 15TEN JUNIU(S 1781) (GLÜCK AUF)
Der letzte Teil ist beschädigt bzw. nicht sichtbar.
Literatur: J. KUGLER (1998): "Der Berggeist von St. Donat" - eine Freiberger Sage und ihre Entstehung.- Schriftenreihe: Akten und Berichte vom Sächsischen Bergbau, Heft 10. Jens Kugler Verlag, Kleinvoigtsberg.
© Thomas Witzke und die jeweiligen Bildautoren
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