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5. sonstige Tafeln, Inschriften, Zeichen und Malereien Drucken E-Mail
Geschrieben von Dr. Thomas Witzke   
Samstag, 21. Mai 2005


5.2. Warnzeichen, Warnhinweise, Verbotszeichen

Außerordentlich schöne Beispiele für Warnzeichen finden sich in den alten Kalksteingruben südlich von Maastricht. Die Zeichen stammen aus der Zeit vor etwa 1500 finden sich an den Grubenfeldgrenzen der einzelnen Konzessionsinhaber nahe bei den Eigentumszeichen der Betreiber. Es handelt sich um Darstellungen von Galgen oder Rad. Ihrer Funktion nach handelt es sich um Piktogramme, die leicht verständlich und eindeutig dem benachbarten Konzessionsinhaber bzw. dessen Arbeitern zu verstehen geben, dass ein Abbau von kalkstein über die Feldgrenze hinaus Diebstahl bedeutet und die Todesstrafe zur Folge hat.
Nach etwa 1500 tauchen diese Zeichen nicht mehr auf. Die hat einmal zu tun mit einer weiteren Verbreitung der Kenntnisse in Lesen und Schreiben (die Eigentumszeichen werden durch Inschriften abgelöst), aber vielleicht auch mit einem Konsolidierungsprosess bei den Konzessionen. Dabei werden die zahlreichen Kleinbetriebe aus der Anfangszeit, die in unmittelbarer Nachbarschaft arbeiteten, durch Eigner größerer Grubenfelder abgelöst, so dass Durchschläge oder Konflikte mit Nachbarbetrieben nicht mehr so oft auftraten.


Bild 5.2.01:
Warnzeichen mit Galgen und Rad, vor 1500. Caestert-Grube, Petit Lanaye, Belgien (unmittelbar südlich von Maastricht). Die Zeichen befinden sich an der Firste in heute mehreren Metern Höhe. Foto: Thomas Witzke.









Bild 5.2.02:
Warnzeichen mit Galgen, vor 1500. Caestert-Grube, Petit Lanaye, Belgien (unmittelbar südlich von Maastricht). Die Zeichen befinden sich an der Firste in heute mehreren Metern Höhe. Foto: Thomas Witzke.









Bild 5.2.03:
Warnzeichen mit Galgen und Rad, vor 1500. Rechts oben im Bild ein Eigentumszeichen zur Markierung der Grubenfeldgrenze. Caestert-Grube, Petit Lanaye, Belgien (unmittelbar südlich von Maastricht). Die Zeichen befinden sich an der Firste in heute mehreren Metern Höhe. Foto: Thomas Witzke.









Sehr schön bei letzterem Bild ist hier die Darstellung der Räder auf einer Stange und die Leitern daneben. Was die Figur zwischen Galgen und den Rädern bedeutet, ist nicht eindeutig zu sagen. Vermutlich handelt es sich um eine Teufelsdarstellung, auch scheint eine Hand etwas von dem Galgen rechts unten im Bild zu holen. Dies würde dann noch eine Verstärkung der Warnzeichen darstellen, etwa in dem Sinn: der Teufel wird sich die Seelen der Diebe holen, die hier Kalkstein stehlen.

© Thomas Witzke

Letzte Aktualisierung ( Samstag, 21. Mai 2005 )
 
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