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Materialien zur Geologie und zum Bergbau des Schaumburger Landes
Diese Seite ist der Geologie und der Rohstoffgewinnung in Schaumburg gewidmet, wobei insbesondere auf den Wealdensteinkohlenbergbau in der Schaumburger Mulde und deren Randgebiete eingegangen wird
Das ehemalige Fürstentum Schaumburg liegt im Südwesten Hannovers am weithin bekannten Steinhuder Meer in Norddeutschland. Landschaftlich wird es durch den Abfall der letzten Ausläufer der Mittelgebirge in die norddeutsche Tiefebene geprägt, wobei die Bückeberge bis über 360 m Höhe ansteigen.
In der Vergangenheit stellte neben der Landwirtschaft insbesondere der augedehnte Steinkohlebergbau einen wesentlichen Wirtschaftsfaktor von Schaumburg dar. Zwar erreichte der hiesige nie den Bekanntheitsgrad anderer westdeutscher und ostdeutscher Steinkohlenreviere wie Ruhrgebiet und Sachsen, trotzdem handelte es sich viele jahrhundertelang um ein bedeutendes Revier, das bis zum Anfang der 60er Jahre viele Familien ernährte.
Folgende Einzelbeiträge zum Schaumburger Bergbau und dessen Umgebung sind derzeit abrufbar:
- Einführung in die Geologie der Schaumburger Mulde
- Historischer Abriß des Steinkohlenbergbaus in der Schaumburger Mulde
- Der Steinkohlenbergbau der Rehburger Berge
- Der Steinkohlenbergbau im Mindener Revier
- Steinkohlenbergbau im Liethbachtal / Obernkirchen
- Der Georgschacht bei Stadthagen
- Der Eisenerzbergbau im Raum Minden
Und dann gibt es da noch die Seite von Frank Ackemann zum Thema Schaumburger Bergbau, die unter folgender Adresse zu erreichen ist: http://www.frank-ackemann.de/bergbau.htm
1. Einführung in die Geologie des Schaumburger Landes
Das Schaumburger Land und das westlich daran anschließende Mindener Gebiet stellen Teile einer größeren Muldenstruktur dar, die aus Schichten des Oberen Juras und der Unteren Kreide gebildet werden. Bückeberge im Süden und Rehburger Berge im Norden bilden die beiden Flügel dieser annähernd symmetrisch gebauten Mulde, in der das Muldentiefste etwa bei Lauenhagen liegt.
Die Füllung dieser durch Salztektonik entstandenen Struktur - hier interessanterweise Bewegungen im Salz des Münder Mergels, nicht des Zechsteins ! - besteht vornehmlich aus tonigen Ablagerungen der Unterkreide, die früher Neokomtone genannt und heute als Valangin - Hauterivetonsteine bezeichnet werden. Diese Unterkreidetone werden von einem vorwiegend schieferig - sandigen Schichtpaket von insgesamt mehr als 300 m Mächtigkeit unterlagert, das als Wealden oder als Bückeberg - Formation bezeichnet wird und das im Bereich der Bückebergeund des östlich daran anschließenden Deisters flächenhaft an der Erdoberfläche ausstreicht. Das vornehmlich durch kontinentale Sedimente geprägte Schichtpaket des Wealdens bildet hier den Übergang von dem im wesentlichen kalkig ausgebildeten Oberen Jura zur vorwiegend tonig ausgebildeten Unteren Kreide.
Die Schichten des Wealden (gesprochen: Wiilden, nach der englischen Landschaft "The Weald") bestehen in ihrer Gesamtheit im wesentlichen aus Sandsteinen und Tonschiefern mit gelegentlich darin eingeschalteten Kohleflözen.
Im Schaumburger Raum wird der Wealden dreifach gegliedert, wobei folgende Abschnitte unterschieden werden:
- Oberer Wealden: vorwiegend Schiefertone mit wenigen Sandsteinlagen, ungefähr 200 m mächtig
- Mittlerer Wealden: heller quarzitischer Sandstein mit ein bis zwei je 20 cm mächtigen Kohleflözen (Flöz 1 und 2), etwa 10 - 15 m mächtig.
Dieser Abschnitt enthält den bekannten und seit Jahrhunderten als Werkstein hoch geschätzten Obernkirchener Sandstein, der auch heute noch im Steinbruchbetrieb in der Kammregion der Bückeberge gewonnen wird.
- Unterer Wealden: Schiefertone mit Sandstein und ein bis zwei kleineren Kohleflözen, am Top das meist etwa 0,5 m mächtige Hauptkohleflöz (Flöz 3), Gesamtmächtigkeit etwa 90 m.
Die einzelnen Mächtigkeitsangaben können dabei im Kilometerbereich durchaus schwanken. So erreicht der Hauptsandstein des Mittleren Wealdens im östlich benachbarten Deister zwischen 15 und 150 m Mächtigkeit, wohingegen er gegen Westen rasch auf nur wenige Meter zusammenschrumpft. Für das Gebiet der Schaumburger Mulde können jedoch die oben genannten Mächtigkeiten als auch die angegebene Gesamtmächtigkeit des Wealdens von 300 m als akzeptable Richtwerte gelten.
Der Wealden wird unterlagert von stellenweise mehrere hundert Meter mächtigen marinen Ablagerungen des Münder Mergels, die meist aus einer engständigen Wechsellagerung von bituminösen Schiefern, mergeligen Kalken und Anhydritlagen besteht. Die für den Münder Mergel typischen Salzeinlagerungen sind meist bereits herausgelaugt worden, können jedoch lokal (Rehburger Berge) mächtige Salzkissen bilden.
Oberflächlich werden die Wealdenschichten meist durch geringmächtige quartäre Lockersedimente der letzten Eiszeit - in der Regel von Lößlehm und Geschiebemergel - überdeckt.
Die folgende Abbildung zeigt ein schematisches geologisches Blockbild der oben erwähnten geologischen Strukturen der Schaumburger Mulde mit einigen der darin befindlichen, im wesentlichen ehemaligen Bergbauanlagen. Deutlich werden die beiden Muldenflügel sowie das als schwarzer Horizont eingezeichnete Hauptkohleflöz, das jahrhundertelang Gegenstand eines bedeutendes Bergbaus war, der bis 1961 betrieben wurde. Einzig das mittlere von fünf Kohleflözen (Flöz 3) erwies sich dabei als dauerhaft abbauwürdig, wobei gelegentlich auch das ein oder andere der beiden Ober-, bzw. Unterflöze mit hereingewonnen wurde.

Abbildung: Schematisches geologisches Blockbild der Schaumburger Mulde mit Lage des Hauptkohleflözes
und den beiden Muldenflügeln im Süden und Norden, Blickrichtung gen Westen
Neben dem erloschenen Kohlebergbau spielte und spielt der Kalibergbau und der Eisenerzbergbau in den Randbereichen der Schaumburger Mulde eine wesentliche wirtschaftliche Rolle. Bei der Verbundgrube WOHLVERWAHRT - NAMMEN handelt es sich um die letzte noch fördernde Eisenerzgrube Deutschlands, wobei deren Erzförderung heute im wesentlichen als Betonzuschlagstoff Verwendung findet. Teile des Bergwerks sind heute in Form des Besucherbergwerk Kleinenbremen mit angeschlossenem Bergbaumuseum der Öffentlichkeit zugänglich.
Nicht der Öffentlichkeit zugänglich ist hingegen das letzte in Nordwestdeutschland noch fördernde Kalisalzbergwerk Während die ehemals bedeutenden Kaliwerke der KALI & SALZ AG im Raum Hildesheim - Hannover - Celle in den vergangenen Jahren sukzessive stillgelegt wurden, wurde das Werk SIGMUNDHALL bei Wunstorf - Bokeloh aufgrund seiner guten Kalisalzqualität in letzter Zeit weiter ausgebaut und dessen Förderung gesteigert.
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