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Materialien zur Geologie und zum Bergbau des Schaumburger Landes Drucken E-Mail
Dienstag, 26. Oktober 2004

Der Steinkohlenbergbau in den Rehburger Bergen

Die Rehburger Berge im Westen des Steinhuder Meeres stellen einen letzten Ausläufer der deutschen Mittelgebirge dar, die ihre Existenz einer Salzaufwölbung im Untergrund verdanken. Interessanterweise handelt es sich dabei nicht - wie sonst üblich - um Zechsteinsalze, sondern um eine flache, linsenförmige Aufwölbung des Salinars des Münder Mergels. Durch die Salzbewegung entstand eine ringförmige Sattelstruktur, deren äußere Schichten aus kohleführenden Wealdensandsteinen bestehen, wohingegen sich das Zentrum der Rehburger Sattelstruktur aus jurassischen Tonen und Mergelsteinen aufbaut. Da diese leichter erodieren als die umgebenden festen Sandsteine des Wealdens, kam es zu einem klassischen Beispiel einer Reliefumkehr: Die geologische Sattelstruktur bildet heute einen bis zu 160 m hohen, umlaufenden Höhenrücken, in dessen Mitte sich eine tiefe, wannenförmige Einmuldung mit dem darin liegenden Ort Wiedenbrügge befindet.

Frühestes Zeugnis des Bergbaus in den Rehburger Bergen gibt ein Dokument von 1590 (DROSTE 1987), in dem von einem Grubenunglück die Rede ist, bei dem ein Bergmann verschüttet wurde. Damit setzt der Steinkohlebergbau in den Rehburger Bergen nur unwesentlich später als im klassischen Schaumburger Revier ein. Grössere Stollenbauten zur Entwässerung der Grubenbaue werden in den Rehburger Bergen jedoch erst ab 1750 mit dem Georgstollen bei Hormannshausen in Angriff genommen. Dieser Stollen wurde gemeinsam mit dem etwas höher gelegenen Klosterstollen in der Folgezeit durch das gesamte Revier getrieben und hat Anschluss an die meisten der zahlreichen Schächte im Westen der Rehburger Berge.
 


Abbildung: Umfang des Steinkohlenbergbaus in den Rehburger Bergen
 

Bis 1900 blieben sämtliche Schächte in den Rehburger Bergen relativ flach und erreichten nur Tiefen von wenigen Zehnermetern. Daran ändert auch der bereits nach modernen Richtlinien im Jahr 1900 abgeteufte, 60 m tiefe Maximilianschacht = Schacht Münchehagen I wenig. Erst ab 1920 wird von der GEWERKSCHAFT EINIGKEIT, die hier seit 1917 zur Brennstoffversorgung ihrer Kaliwerke Kohle abbaute, der 154 m tiefe Erlengrundschacht = Schacht Münchehagen II geteuft. Der Betrieb auf diesem Schacht war jedoch nur von kurzer Dauer und in den Wirren der Weltwirtschaftskrise wird die neu erbaute Anlage bereits im August 1924 auf Dauer stillgelegt. Seither ruht, sieht man von kurzfristigen Schürfversuchen und Notabbauen kurz nach dem Zweiten Weltkrieg ab, der Kohlebergbau im nördlichen Teil der Rehburger Berge.

Im östlichen und südlichen Teil der Rehburger Berge hingegen wurde noch nach dem Zweiten Weltkrieg mit der einfallenden Strecke = Schrägstollen Düdinghausen durch die PREUSSAG AG eine leistungsfähiges Kohlenbergwerk errichtet, das zusammen mit dem Ende der  50er Jahren geteuften, 319 m tiefen Schacht Auhagen den rentablen Kohlenbergbau weit in die Zukunft sichern sollte. Bereits etwas früher entstanden die beiden östlich von Wiedenbrügge liegenden beiden Stollenanlagen Atjebergstollen und Wiedenbrügger Stollen, in denen in den 50er Jahren Kohlebergbau umging.


Abbildung: Photo der Schachtanlage Auhagen mit in Betrieb befindlicher Seilbahnanlage zum
Schacht Lüdersfeld und heute noch stehendem Kühlturm, ca. 1960: Quelle: Archiv KNICKREHM
 

Wie jedoch bereits an anderer Stelle erwähnt , wurde trotz großer Investitionen Anfang 1960 die Stillegung sämtlicher Kohlenbergwerke in der Region beschlossen und durchgeführt.



Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 10. Oktober 2006 )
 
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