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Geologische Streifzüge auf Lanzarote und Graciosa Drucken E-Mail
Mittwoch, 13. Oktober 2004

Tertiäre Flutbasalte im Famaragebirge

Die Ostküste Graciosas bietet ber den El Rio genannten Meereskanal hinweg eine herrliche Aussicht auf das über 400 m hohe steilwandige Profil der Flutbasalte des Famaragebirges. In dieser Großartigkeit zeigen sich die tertiären Flutbasalte innerhalb Europas nur noch entlang der Nordostküste Islands !.

Mit dem Fernglas erkennt man deutlich die verschiedenen Förderkanäle (dykes) innerhalb der Abfolge, die die leichtflüssigen Basaltmagmen förderten. Oben angekommen, flossen diese Laven von dem sich in Form einer langgestreckten Spalte erstreckenden Schlot nach beiden Seiten fort und bildeten so eine neue Lage Basaltlava. Hierbei kann eine einzelne Lavalage eine räumliche Erstreckung von mehreren Quadratkilometern erreichen. Die einzelnen Basaltlagen haben eine Mächtigkeit von drei bis zehn Metern und sind häufig durch rotgebrannte Tufflagen getrennt. Auch hartgefrittete Paläoböden kommen in der Abfolge vor, die eine größre zeitliche Lücke der einzelnen aufeinanderfolgenden Basaltlagen dokumentieren.

Bei der Verwitterung dieser Gesteine entstehen treppenartige Abstufungen, wie sie sich beispielsweise am Punta Farion - der Nordspitze Lanzarotes zeigen. Aus dieser "getreppten" Landschaftsformung entwickelte sich der bereits oben erwähnte Name Trappbasalt für diese Gesteine. Der Verwitterungsschutt der Basalte bildet dabei große Schutthalden, die in der Regel die unteren hundert Meter des Profiles verhüllen. Bei der näheren Betrachtung dieser Schutthalden fällt auf, daß auch diese bereits wieder starke Erosionsrunsen aufweisen und demnach zur Zeit selbst erodiert werden. Wahrscheinlich deckt sich die Zeit der starken flächenhaften Erosion, die die heutigen Schutthalden am Fusse der Famaraberge schuf, mit der relativ feuchten "Landschneckenzeit von Graciosa" vor einigen tausend Jahren. Das heutige Erosionsgeschehen wird dagegen durch sporadische Starkregenfälle geprägt, die ein lokal konzentriertes und daher tief einschneidendes Erosionsgeschehen verursachen.
 

5. Schlußwort

Lanzarote und Graciosa stellen sicherlich keine mineralreichen Inseln in dem Sinne dar, wie es Korsika, Sardinien oder Elba tun. Trotzdem können auf den beiden Inseln eine Reihe recht netter Mineralstufen geborgen werden, wobei bei näherer Bearbeitung noch manch anderer Fundpunkt zu erwarten ist. Insbesondere die Gegend um die Salinas del Janubio weist dabei gute Fundmöglichkeiten für auch großformatige Gips- und Olivinstufen auf. In jedem Fall aber bieten die Steilküsten der beiden Gebirge Famara und Los Ajaches sowie die verschiedenen rezenten und subrezenten Vulkangebiete Lanzarotes einen hervorragenden Einblick in viele geologische und vulkanologische Prozesse, wie sie in dieser Vielfalt und Eindrücklichkeit in Europa selten zu finden sind.
 
 

6. Verwendete Literatur und Karten :
 

BARREIRO, E. & DIAZ, A. (1993) : Lanzarote - geographische und
 vulkanische Karte 1 : 100.000
 - Verlag A. Murillo, Arrecife 1993

BETZ, V. (1986) : Zeolithe von Lanzarote
 - Lapis ,11, Heft 6, S. 21 - 23, München 1986

FARR, M. (1992) : Höhlentauchen
 - 279 Seiten, Müller Rüschlikon Verlags AG, Cham 1992

ROTHE, P. (1964) : Fossile Straußeneier auf Lanzarote
 - Natur und Museum ,94, Heft 5, Frankfurt 1964

STROMER, K. (1994) : Lanzarote selbst entdecken
 - Regenbogen Reiseführer, Zürich 1994
 



Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 28. Oktober 2004 )
 
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