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Exkursion 4 : Zu den Galerias im Famaragebirge :
Im Gegensatz zu den drei zuvor beschriebenen Wanderungen sollte man diese Wanderung entweder von Caleta oder von der Urbanizacion Famara aus beginnen, da ein Abstieg von Haria ohne entsprechende bergsteigerische Ausrüstung nicht möglich ist.
Unmittelbar am Nordrand der Urbanizacion Famara verläuft ein nur wenige Meter tief eingeschnittenes Gießbachbett, das aus dem tief eingeschnittenen Trockental Baranco de la Poceta herabführt (vgl. Wanderung 3). In den Schottermassen des Bachbettes finden sich Lesesteine mit zahlreichen Drusenräumen, deren Wandungen im wesentlichen mit Calcit, seltener mit Zeolithmineralen bedeckt sind. Funde von schön gerundeten, farblich interessanten Schottern mit diesen Mineralien sind durchaus möglich.
Der weitere Weg nach Norden führt zunächst in Strandnähe durch ziemlich öde Schotter- und Dünenflächen bis hin zu einer Pumpstation. Von hier aus führt der Weg zunächst steil nach oben, dann wieder steil bergab hin zu einem kleinen, in Felsenmassen versteckten Haus. Der Zufahrtsweg zu diesem Haus führt durch verfestigte Schottermassen des steil darüber aufragenden Famaramassivs. Dabei schwankt die Korngröße in der Schotterabfolge in weiten Grenzen von Tonpartikeln bis hin zu hausgrossen Einzelblöcken, die von der fortschreitenden Ausspülung aus den Wänden herauspräpariert wurden. Hierdurch zeigt sich dem Wanderer eine wilde, ja fast beängstigende Landschaft, die den Eindruck der Gefahr jederzeit möglicher Bergstürze vermittelt. Von dem Haus aus kann man noch einige hundert Meter auf einem Strandpfad nach Norden vordringen, bis der Weg an steilen Klippen endet. Hier befindet sich ein Betongebäude mit mehreren in den Berg hineingetriebenen Stollen. Diese sogenannten Galerias dienten ursprünglich der Wassersuche- und gewinnung, sind jedoch heute offensichtlich außer Funktion. Der obere offenstehende Stollen kann mehrere hundert Meter in den Berg hineinverfolgt werden, jedoch ist die Luft in ihm nicht allzu gut. Wie aus vergleichbaren Wasserstollen auf Teneriffa bekannt wurde, ist die Kohlendioxidkonzentration in den unbewetterten Wasserstollen stellenweise sehr hoch, sodaß eine behutsame Befahrung nur mit der gebotenen Vorsicht (Feuerzeug zur Sauerstoffbestimmung !) erfolgen sollte. Interessant sind auch Hunderte von Bohrkernen, die in der unmittelbaren Nähe des Stollens deponiert wurden und die zum Teil durchaus mitnehmenswert sind.
Auf dem Rückweg nach Caleta folgt man dem Weg an der Abzweigung weiter bergan und erreicht hier eine weithin sichtbare Halde, die am Fuß eines weiteren Wasserstollens liegt. Dieser schüttet auch heute noch recht ansehnliche Wassermenge. Von hier ab folgt der Weg zurück der bereits unter der Exkursion 3 beschriebenen Route zur Urbanizacion Famara und nach Caleta.
3.3 Exkursionen in Gebiet des Monte Corona :
Der im Norden Lanzarotes gelegene Stratovulkan Monte Corona macht seinem Namen "Kronenberg" alle Ehre und überragt die umliegenden tertiären Flutbasalte weithin sichtbar als außergewöhnlich regelmässig aufgebauter Vulkankegel. Er gehört dem jüngeren Vulkanismus der Insel an, wobei aber auch seine Aktivität prähistorisch ist und auf ein Alter von etwa 4000 - 6000 Jahren geschätzt wird. Hierbei floß die ausströmende Lava sowohl nach Osten wie nach Westen ab. Im Westen floß sie in zwei Zungen bei Guinate und am Risco de Famara als Lavafall über die Kante der tertiären Basalte und stürzte mehrere hundert Meter in die Tiefe, um so an der Küste Neuland zu schaffen (vgl. Wanderung 1). Auch im Osten erreichte die Lava schließlich das Meer, floß in diese Richtung jedoch mit wesentlich niedrigerem Gefälle ab.
Das Coronagebiet ermäglicht auf engem Raum mehrere vulkanologisch interessante Exkursionen :
Aufstieg zum Zentralkrater Monte Corona :
Einen direkten und gut begehbaren Wanderweg zum Zentralkrater des Monte Corona gibt es nicht. Als Augangspunkt zu seiner Besteigung dient am besten der kleine Ort Ye nördlich des Coronamassives. Von hier aus sucht man sich seinen Weg bergan durch Opuntien- und Feigenplantagen. Die Opuntien, bei uns besser unter dem Namen Feigenkakteen bekannt, machen hier einen kränklichen Eindruck und sehen stark befallen aus. Dieses ist aber durchaus gewünscht, dienen die Opuntienblätter doch als Nährboden für die Cochenille - Schildlaus, aus der der gleichnamige rote Farbstoff gewonnen wird. Während die grauschwarzen Schildläuse auf der Pflanze sehr unscheinbar aussehen, ist der prächtige rote Cochenille - Farbstoff seit Jahrhunderten eines der Hauptausfuhrgüter Lanzarotes.
Cochenille - Schildlausansammlungen auf Opuntienblatt
Durch die Cochenilleplantagen mit zwischengeschalteten Feigenbäumen erreicht man über zunehmend steiler werdende Saumpfade schließlich den Kraterrand. Der eigentliche, wohlerhaltene Vulkankrater hat einen Durchmesser von ca 300 m und bildet heute einen steilen Trichter von etwa 40 m Tiefe. Steigt man weiter Richtung Osten bergan, so erreicht man schließlich den Rand eines zweiten, kleineren Parasitärkraters. Von hier aus erschlieát sich bei gutem Wetter ein wunderbarer Blick über den östlich angrenzenden Corona - Lavafluß bis hin zum Meer. Dabei fällt neben den von der Lava mitgerissenen Riesenblöcken (siehe unten) vor allen eine Reihe elliptischer Einbrüche im ehemaligen Lavastrom auf. Diese aneinandergereihten "Jameos" sind Deckeneinbrüche eines großen Höhlensystems, das bei der Bildung des Lavastromes entstand und das mit mindestens 7 Kilometer die längste bekannte Lavahöhle der Welt darstellt. Ein Besuch dieser Lavahöhlen ist überaus empfehlenswert und wird weiter unten näher beschrieben.
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