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Salinas del Janubio und Olivinfundstellen :
Einen fast unwirklichen Eindruck vermittelt die sonnendurchflutete Meeresbucht Salinas del Janubio im Südwesten der Insel. Die gesamte Bucht wurde im Laufe der Jahrhunderte in ein Mosaik neben- und übereinanderliegender Becken umgewandelt, in der sich die Salzsole im gleißenden Sonnenlicht spiegelt. Das salzhaltige Meerwasser rinnt über einen am nördlichen Rand der Bucht verlaufenden Hauptkanal in die obersten Becken und wird hier durch ein enges Netz sich vielfach verzweigender und kreuzender kleinerer Kanäle auf zahlreiche weitere Bassins verteilt.
Die Salzlagune El Janubio im Wechsel von Licht und Schatten
Ein Gang durch die heute weitgehend stilliegenden Salinenbecken zeigt auch heute noch Sole in allen Stadien der Anreicherung und Kristallisation. Hierbei finden sich Becken, die heute - nach mehreren Jahren Betriebsruhe - komplett mit Rasen großer Kristalle überwachsen sind. Diese calcitartigen Kristallen erreichen bis 10 cm Länge und lassen sich in nahezu beliebiger Stufengröße bergen. Selbst die Gewinnung großformatiger, ästhetischer Museumsstufen stellt mit geeigneten Werkzeug kein Problem dar. Der Hauptteil der Kristalle ist klar, lediglich die Basis der Stufen ist häufig mit einem teils roten, teils grünen Schlamm bedeckt, der sich im wesentlichen aus salzliebenden Rot/Grünalgen sowie aus unlöslichen Bestandteilen zusammensetzt. Trotz des typisch calcitartigen Habitus der Kristalle erwiesen sich diese röntgenographisch als reiner Gips - allerdings in einer sehr eigenartigen Kristallform. In den tiefer gelegenen Becken kristallisiert dann auch allmählich Steinsalz mit aus. Hier können hübsche, wenngleich sehr zerbrechliche Gips - Halitparagenesen geborgen werden.
Für die Erkundung der Janubio Salinen sollte man sich viel Zeit nehmen, zumal es hier noch weitere mineralogische Besonderheiten zu finden gibt : Olivin ist zwar in Lanzarote sehr verbreitet, aber die wohl schönsten Olivinknollen der Insel lassen sich am nördlichen Rande der Salinen zwischen dem Meerwasserkanal und der nach Los Hervideros und El Golfo führenden Strasse finden. Innerhalb kurzer Zeit kann man hier große Mengen von "Olivinkartoffeln" einsammeln, teils noch im Lavaverbund, teils lose liegend. Knollen mit bis zu 50 cm Durchmesser (!) können dabei ebenso gefunden werden wie große (und schwere !) Museumsstufen aus mehreren eng beieinander liegenden Einzelknollen mit leuchtend grünem Olivin.
Typische Ausbildung einer Olivin"bombe", die im Gebiet Janubio bis über 50 cm Größe erreichen können
Daneben kommen ebenfalls oxydierte braunglänzende Olivine vor und schließlich finden sich als mineralogische Rarität fast weiße Knollen, die mineralogisch aus reinem Forsterit bestehen. Weiter unten zu den Salinenbecken hin lassen sich auch Stufen aus Olivin bergen, auf denen Gipskristalle aufgewachsen sind - eine sicherlich nicht alltägliche Paragenese. Insgesamt gesehen stellt dieses Gebiet eines der mineralogisch interessantesten Exkursionsziele auf der Insel dar, an dem auch heute noch prächtige Stufen der hier vorkommenden Minerale gefunden werden können.
Weitere Salinen auf Lanzarote :
Liest man die gängigen Reiseführer oder spricht man mit den örtlichen Anwohnern, so hört man im allgemeinen, daß auf Lanzarote heute kein Salz mehr gewonnen wird. Dies ist zwar fast richtig, aber eben nur fast. Neben dem heute sehr eingeschränkten Saisonbetrieb der Janubio - Salinen gibt es auf der Insel noch eine weitere Saline, die auf traditionelle Art und Weise Salz gewinnt. Sie befindet sich unweit der abgelegenen Siedlung Los Cocoteros östlich von Guatiza. Der auf der Saline wohnende Besitzer läßt bei freundlicher Nachfrage einen genaueren Blick auf die verschiedenen Becken und die zahlreichen Solekanäle und -kanälchen tun. Hier kann man im Detail sehen, wie sich das Meerwasser allmählich aufkonzentriert und wie dann nach und nach zunächst das Sulfat als Gips und anschließend das Chlorid als reiner Halit auskristallisiert.Neben dieser einzigen noch das ganze Jahr in Betrieb stehenden Saline Lanzarotes gibt es von Süd nach Nord fortschreitend folgende weitere ehemalige Salinenbetriebe :
-- die bereits beschriebenen großen Salinas del Janubio, die nach wie vor gut erhalten sind.
-- die Salinas del Berrugo auf dem Weg von Playa Blanca zu den Papagayostränden, heute im wesentlichen verfallen.
-- die Salinas von Arrecife, die obwohl bereits stark zerfallen und teilweise überbaut, immer noch einen guten Eindruck der früheren Bedeutung dieser Salinenwirtschaft vermitteln.
-- die Salinas der Costa Teguise, heute fast völlig überbaut und teilweise in große Hotelkomplexe mit einbezogen, so in dem mondänen Hotelkomplex "Las Salinas".
-- die Salinas del Rio am Fuße des Famaramassives, die besonders durch das rosa gefärbte Hauptbecken auffällt. (vgl. Wanderung 1).
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