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Beitrag zum 7. Internationalen Bergbauworkshop, 29.9-2.10 2004, Clausthal-Zellerfeld,
Harz
Magnetfeld - Peilmethode - Zur schnellen Einmessung untertägiger
Messpunkte in Bezug zur Oberfläche
Michael Kitzig, GAG
Problemstellung war die schnelle und dennoch hinreichend genaue Projektion
eines Punktes untertage, z.B. in einem Stollen, an die Erdoberfläche ohne
die Anwendung zeitraubender trigonometrischer Verfahren.
Vorgestellt wird ein Peilverfahren auf der Grundlage niederfrequenter magnetischer
Felder.
Was kann die Methode leisten?
- Durch die Wahl mehrerer ausgewählter Messpunkte kann der (nicht risskundige)
Verlauf einer Strecke schnell überschlägig ermittelt werden. (Das
Impuls/Pausenverhältnis des Senders lässt sich verändern und
somit kann eine Zuordnung zu verschiedenen Messpunkten erfolgen.)
- Verfüllte Lichtlöcher oder planierte Tagesbrüche lassen sich
leicht lokalisieren, sofern sie untertage zugänglich sind.
- Verschüttete / verbrochene Mundlöcher lassen sich mit der Horizontalmessung
am Hang lokalisieren.
- Die Vertikalmessung kann einen Hinweis auf die Länge des Verbruches
einer Strecke geben.
- Im Unglücks – oder Bergschadensfall ist eine schnellstmögliche
Lokalisation möglich
Physikalische Grundlagen:
Elektromagnetische Wellen sind grundsätzlich in der Lage, feste Materie
wie Gestein zu durchdringen. Die Eindringtiefe wächst mit der Zunahme
der Wellenlänge bzw. Abnahme der Frequenz.
Mit Frequenzen unter 100 kHz lassen sich in der Praxis Reichweiten von einigen
hundert bis etwas über tausend Meter erzielen, d.h., die nutzbare Reichweite
liegt noch weit unterhalb einer Wellenlänge.
Die magnetische Komponente des Feldes lässt sich zudem leicht exakt vertikal
oder horizontal ausrichten.
Die elektrische Feldkomponente ist für das Verfahren nicht erforderlich
und wird senderseitig unterdrückt, so dass von einer elektromagnetischen
Strahlung im engeren Sinne nicht mehr gesprochen werden kann.
Das Prinzip:
Es wird untertage an dem einzumessenden Punkt ein Bakensender platziert, welcher
an eine magnetische Antenne angeschlossen ist (das elektrische Feld wird unterdrückt).
Dieser generiert ein im Längstwellenbereich , hier 10 kHz , liegendes
magnetisches Feld, welches durch das darüber befindliche Gestein keine
nennenswerte Dämpfung erfährt und mit Feldlinien einer definierten
Konfiguration an die Oberfläche tritt.
Zur Erzielung einer hinreichenden Genauigkeit muß das Feld, je nach
Einsatzzweck, genau vertikal oder Horizontal ausgerichtet werden.
Die Feldlinien können an der Oberfläche in ihrem Verlauf und ihrer
Amplitude gemessen werden, was Rückschlüsse auf die Lage des untertägigen
Messpunktes sowie unter Umständen auch seiner Tiefe unter der Oberfläche
zulässt.

Die komplette Anlage besteht aus:
Bakensender
Eine leichte Elektronikeinheit und eine zerlegbare Rahmenantenne, damit eine
leichter Transport im Rucksack bis vor Ort gewährleistet ist.
Der Antennenrahmen wird nach seinem Aufbau mittels einer Wasserwaage exakt
horizontal ausgerichtet, damit ein genau senkrecht stehendes Feld erzeugt wird.
Der Sender erzeugt etwa 8 W Strahlungsleistung und kann in der vorliegenden
Form etwa 3-4 Stunden im Dauerbetrieb arbeiten.

Peileinrichtung übertage:
Besteht aus einer neigbaren Ferritantenne und einem auf 10 kHz frequenzselektiven
Pegelmesser, welcher einen Umsetzer von 10 kHz auf gut hörbare 400 Hz
beinhaltet.
Die Anzeige erreicht ein Maximum, wenn die Achse der Ferritantenne genau parallel
zum Feldlinienverlauf liegt.
Durchführung der Messung:
Im vermuteten Bereich wird mit auf 45° geneigter Antenne das Gelände
ab gelaufen, bis ein Signal hörbar ist und dieses dann grob zu seinem
Maximum verfolgt.
Da die Feldlinien „trichterförmig“ aus dem Boden austreten, lässt
sich der an die Oberfläche projizierte Messpunkt durch kreisförmige
Suchbewegungen in wenigen Minuten grob einkreisen und durch einmessen der lotrechten
Feldlinien exakt lokalisieren.
Direkt über dem Messpunkt stehen die Feldlinien senkrecht und haben auch
die größte Amplitude.
Es ist je Messung mit einem Zeitaufwand von 5 – 15 Minuten, je nach Übung
und Geländebeschaffenheit, zu rechnen.

Die Messung des lotrechten Magnetfeldes im Schema:

Bestimmen der Länge eines Verbruches

Bestimmung der Lage eines verbrochenen Mundlochs am Hang

Bisherige praktische Erfahrungen:
in der ersten beiden Fällen wurde ein durch vorhandenes Risswerk genau
bekannter Punkt übertage
eingepeilt.
1.) Grube Gustav bei Eschwege: Blindschacht mit 48 m Überdeckung,
Genauigkeit der Messung übertage lag um 1,5 m im Durchmesser. Das Stahlgerüst
der Anlage untertage hatte keinen Einfluss auf das Messergebnis!
2.) Ernst August Stollensohle der Grube Lautenthalsglück im
Harz: Strecke mit ca. 120 m Überdeckung
und starker Mineralisation. Meßgenauigkeit über Tage ca. 3-6m.
Starke Störungen durch im Messbereich
verlaufende Stromleitungen. (diese bedeuteten
hier auch die nutzbare Grenzreichweite). Fernab von Stromleitungen ist mit
einer etwas größeren Reichweite
zu rechnen.
3.) In der Scholmzeche, Bad Lauterberg wurde eine Horizontalmessung
vorgenommen. Die Sendeantenne wurde dazu senkrecht in der Strecke aufgestellt
und der rechtwinklig zur Strecke Liegende Punkt am Hang übertage in ca.
20 m Entfernung mit einer Genauigkeit von wenigen 10 cm ermittelt. Auch hier
haben sich keine Störungen durch mögliche Feldverzerrungen
am stählernen Grubenausbau gezeigt!
4.) Schlebuscher Erbstollen, Wetter, Ruhrgebiet: Einmessen
mehrerer Lichtlöcher, welche im Wohngebiet zwischen Gebäuden
liegen. Maximale Teufe: 25m.
5.) In der Morassina, Schmiedefeld in Thüringen: Einmessen
eines verbrochenen Stollens, welcher übertage nicht mehr lokalisierbar war.
Überdeckung ca. 4m, Messgenauigkeit der Vertikalmessung im Zentimeterbereich.

Technische Daten Sender:
Gewicht: komplett
mit Antenne ca. 3 kg
Arbeitsfrequenz: 10 kHz
Strahlungsleistung: ca. 8W
Betriebsdauer:3-4 Stunden
Antenne: magnetische Schleife, zerlegbar für Rucksacktransport, incl.
Wasserwaage zum ausrichten
Technische Daten Empfänger: F requenzselektiver Pegelmesser
(modifiziertes Trassensuchgerät)
Arbeitsfrequenz: 10 kHz, intern umgesetzt auf hörbare
400 Hz
Bandbreite: 3Hz/6dB
Antenne: Ferritstabantenne, neigbar 0-90°
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