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La Union - Spanien, Reisebericht in Bildern Drucken E-Mail
Geschrieben von Michael Pfefferkorn   
Montag, 1. November 2004

LA UNION AL MINERO

IM002298

La Union liegt an der Mittelmeerküste Spaniens in der Region Murcia, nahe der alten Stadt Cartagena, in der Römerzeit als "Neu Karthago" benannt.

3000-4000 Jahre Bergbaugeschichte sind in La Union vereint. Schon die Römer wussten um die Erze in den Bergen um La Union: Gold und Silber suchten und fanden sie (erstes wohl eher in bescheidenem Maße, zweiteres wohl recht reich)
La Union hatte mehrere Blütezeiten des Bergbaus.

Abgebaut wurde:
Römerzeit: Gold, Silber
Mittelalter: Silber, Blei
18. bis Anfang 20.Jahrhundert: Silber, Blei, Zink
ab Ende 19. Jahrhundert bis in die Jüngere Vergangenheit: Pyrit (zuletzt in Tagebauen)

Für den bergbauinteressierten Besucher ist der Ort eine Fundgrube ohne gleichen. Der deutsche Hang zum verwahren, vermauern, zuschütten, zubetonieren, abreißen und "sanieren", zum ausradieren, plattmachen, "verschönern", zum rekultivieren, all das ist in der spanische Seele zum Glück nicht vorhanden.
Stollen oder Schächte befahren darf, wer Lust dazu hat und man muss nicht einmal vorher fragen. Der mündige Bürger darf selbst entscheiden. Und man staune: die Leute dort leben alle noch. Vielleicht sollte sich der ein oder andere Herr in Amt und Würde hierzulande mal einen Hauch spanischer Gelassenheit aneignen und statt Gruben zu verschließen, spanischen Wein öffnen.
Eine gute Jahreszeit das Land zu besuchen ist Ende Februar bis Ende März und im Spätherbst. Im Sommer ist es deutlich zu warm und im Winter ist es zumindest zu kalt um abends noch auf der Terrasse zu sitzen.
Wer die Gruben befahren will, sollte normale Untertageausrüstung planen. Die Gruben sind in der Regel trocken, es sind jedoch trotzdem Gummistiefel zu empfehlen, da die Wässer, wenn dann doch mal eine Pfütze steht, extrem sauer sind und daher unangenehme Hautreitzungen hervorrufen können. Überhaupt ist die gesamte Grube "sauer", man sollte also darauf achten, möglichst wenig ohne Handschuhe anzufassen.
Gesenke, Schächte und so weiter sind im Normalfall nicht gekennzeichnet, hier ist besondere Vorsicht geboten. Wer noch keine Untertageerfahrung hat, sollte sich die Grube "Pablo Y Viginia" (Bilder IM002491 - IM002501) ansehen. Diese Grube wurde als Besucherbergwerk gesichert. Das darf man sich nun nicht so vorstellen wie in Deutschland, dass man seinen Eintritt zahlt und dann an einer Führung teilnimmt. Vielmehr ist es so, dass der Stollen genauso offen in der Landschaft liegt, wie alle anderen auch. Man hat in der Grube mit Absperrband eine Route markiert und gefährliche Bereiche gekennzeichnet. Das war es aber auch schon. Wie man die Grube findet, kann man dem Prospekt "Ruta Minera - Carretera del 33" entnehmen, welches einen Bergbauwanderweg beschreibt und im Bergbaumuseum (Bilder IM002440 - IM002442) von La Union zu kaufen ist.
Das Museum ist sehr zu empfehlen: eine tolle mineralogische Sammlung, altes Gezähe, Risse, historische Aufnahmen und soziale Aspekte des Bergbaus werden behandelt und sehr liebevoll dargestellt.
Wenn man nun gerade in der Stadt ist, sollte man auch gleich noch den "Mercado Publico" (Bilder IM002298 - IM002295) besuchen, den Marktplatz mit der alten Markthalle und dem Bergmannsdenkmal.
Absolut sehenswert ist die Anlage der Grube "El Cabezo Rajao" (Bilder IM002365, M002383, IM002385 - IM002388, IM002390 - IM002453, IM002458 - IM002480), mit ihren Fördertürmen, dem Tagebau und den Aufbereitungsanlagen und den Grubengebäuden. Dort muss man einfach hin!!!
Gegenüber von "El Cabezo Rajao" befindet sich noch ein kleiner Berg mit der Grube "María Jesús" (Bild IM002389)
Interessant ist ebenso der Besuch in einem der ehemaligen Tagebaue. So befindet sich östlich von "El Cabezo Rajao" der Tagebau "Brunita" (Bilder IM002347 - IM002368) auch hier sind die ehemaligen Aufbereitungsanlagen einen Blick wert.
In südlicher Richtung über den Berg sollte man einmal nach "Portman" (Bild IM002489) fahren, dem alten Erzverladehafen seit der Römerzeit bis zum Niedergang des Bergbaues in der Region (Portus Magnus). In Zusammenhang mit den Römern ist natürlich auch Cartagena (Bild IM002541 - IM002542) mit seiner schönen Altstadt und diversen interessanten Ausgrabungen Pflicht.
Wer dieses gastfreundliche Städtchen besuchen möchte und weitergehend Fragen hat, kann sich gerne bei mir melden.

Glück auf!

Michael Pfefferkorn

IM002299
IM002299.jpg - Mercado Publico

IM002294
IM002294.jpg - Mercado Publico

IM002294
IM002294.jpg - Mercado Publico

IM002295
IM002295.jpg - Mercado Publico

IM002300
IM002300.jpg - Flotationshalde

IM002301
IM002301.jpg - Schmelzofenreste



 
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