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Stüblbau - Alpiner Goldbergbau der Hohen Tauern Drucken E-Mail
Geschrieben von Christian Auer   
Montag, 15. November 2004

Betrachtet man die alten hochalpinen Goldbergbaue der Hohen Tauern, die im heutigen Land Salzburg liegen, übersieht man angesichts so klingender Namen wie Radhausberg, Rauris, Bodenstollen, Siglitz etc. leicht das alte Goldrevier von Schellgaden im Lungau . Dies ist aber absolut unbegründet da dieses Goldrevier ebenfalls eine Jahrhunderte lange Tradition hat und auch die Quantität an göldischem Silber nicht gering war.

Auch heutzutage präsentiert sich Schellgaden mit seinen Einzelrevieren Stüblbau, Schulterbau, Prahmleiten und Birgeck vielfältig. So konnte von uns sowohl eine hochinteressante bergbauhistorische Dokumentation angelegt werden als auch eine umfangreiche mineralogische Systematik gefunden werden. Dies geschah über einen Zeitraum von über 20 Jahren.

Der labyrintische Stüblbau (versperrter Eingang!) ist zweifelsohne mit seinen etwa 17km der größte Einbau. Untertage kann man die unterschiedlichsten Abbaumethoden der Jahrhunderte studieren, vom Feuersetzen des 15.Jh. bis zur (kurzzeitigen) Abbauweise des 20. Jh.. Leider zeigt sich das System seit einigen Jahren an mehreren Stellen stark verbruchgefährdet. Montanhistorisch besonders schön sind die häufig anzufindenden viele Zehnermeter langen, zeitweise an beiden Ulmen exakt aufgeschlichteten 2-3 Meter hohen Steinmauern. Ferner sind die langen und niederen Feuersetzstrecken höchst beindruckend. In ihnen fühlt man sich angesichts der rußgeschwärzten niedrigen Firste und dem Geruch einer Köhlerei ins Spätmittelalter zurückversetzt. Es stehen noch meterdicke Au-Ag-Pb-Cu führende "Lagergänge" an mit "zuckerkörnigem Goldquarz Typus Schellgaden " sowie regional viel Scheelit , der schon öfters das Ziel von Prospektionsversuchen war.

Auch mineralogisch hat der Stüblbau einiges zu bieten. Neben des Typminerals Phosphorrösslerit , der hier in entlegensten Teilen im Grubenschmand zu finden war (ähnelt Kandiszucker), besonders natürlich Gold aber auch Scheelit , Stolzit , Cerussit , Malachit, Schörl etc.

Zuletzt sei ausdrücklich erwähnt daß keinerlei öffentlich zugängliche Einbaue existieren und die Schlüsselvergabe äußerst restriktiv gehandhabt wird. Bitte bei Mineraliensammlern bedanken, die sinnlos hölzerne Fahrten zerstörten! Umso größeren Dank dem jetzigen Besitzer, der in vorbildlicher Weise mit mir zusammenarbeitete um dieses montanhistorische Denkmal zu dokumentieren. Glück Auf!

das Kareck auf dessen Ostflanke sich die Bergbaue befinden

hölzerne Wetterlutten , die nach dem Verschleiß gleich als Versatz verwendet wurden, 18.Jh.

Wassertröge aus dem 18. Jh.

exakt geschrämte Firste mit perfekten Steinmauern als Ulmen, 18. Jh.

Feuersetzstrecke mit Rußstalaktiten an der Firste, 16.Jh.

bescheidene dünne Erzreste werden beprobt, 16.Jh.

niedere Abbaue des 18. Jh.

„Ungarisches Gestänge“ für den Spurnagelhunt , 18.Jh.

großräumiges Abbaufeld des 18. Jh.

perfekt geschlichtete Steinmauer, 18.Jh.

Schrämstollen des 16.Jh.

Markscheidezeichen des 16.Jh.

die Position des vorigen Zeichens wird beleuchtet –nasse Angelegenheit!

ein kurzer geschrämter Aufbruch führt zu weiteren Markscheidezeichen

Kombination von einfachem mit Doppelkreuz, vermutlich im Zusammenhang mit dem daneben befindlichen Aufbruch

Markscheidekreuz mit Schrämspuren, 16.Jh.

handgeschrämte Strecke, vermutlich zur spätmittelalterliche Förderung

Goldkristalle

Gold in Bleiglanz und Kupferkies

Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 19. März 2008 )
 
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