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Seite 5 von 5 6.5.2 Fahrten 
| Abbildung 44: Ein Gefluderkasten fängt das in einem Gequelle gesammelte Wasser auf und leitet es in ein Gerinne | Foto: privat |
„Fahrt“ ist der bergmännische Ausdruck für eine Leiter. Die frühesten erhaltenen stammen schätzungsweise aus dem 16. Jahrhundert (Ehrenfriedersdorf; in Böhmen wahrscheinlich noch älter). Bis in’s 19. Jahrhundert hat sich die geschwungene Sprossenform gehalten, bei der die Materialstärke dem Biegemoment angepaßt ist und die so für sparsamen 
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| Abbildung 45: Tragewerk | | Links) Tragewerk mit Holz- oder Stahlträgern (1 Spreizen, 2 Laufbretter); Rechts) Tragewerk auf gemauerten oder gesetzten Bögen (1 Tragbögen, 2 Laufbretter) | | | |
Materialverbrauch sorgte. Moderne Fahrten haben gerade Sprossen, nach dem Krieg (50iger Jahre) wurden aber auch selbstgenagelte Hühnerleitern verwendet. Die alten Fahrten haben nur noch musealen Wert, und auch auf vergleichsweise neue Fahrten sollte man nicht vertrauen. Im ausgehenden 19. und im 20. Jahrhundert setzte man auch Eisen als Fahrtenwerkstoff ein, manchmal nur für die Holme, zuweilen auch für die Sprossen. Auch dem Eisen ist nicht recht zu trauen, eine dicke Rostkruste hält zwar einiges aus, jedoch nur bis sie bricht. 
| Abbildung 46: Gerinne über einen Schacht | Foto: privat |
6.5.3 Tragewerk und Gerinne Die horizontalen Grubenbaue sind oft mit sogenanntem „Tragewerk” (Tragwerk) versehen, das sind hölzerne (auch eiserne oder steinerne) Spreizen (andere Begriffe: Querträger, Grundeinzüge, Fachwort: Scheißdinger) mit aufgelegten Laufbrettern (seltener Betonteilen oder Steinplatten). Das Tragewerk diente der Begradigung der Sohle um eine ungehinderte Fahrung und Förderung zu ermöglichen; es wurden damit die Wasserseige (ein in der Sohle ausgearbeitetes Gerinne zur Wasserführung) und offene Abbaue beziehungsweise Schächte überbaut. Bei der Altbergbaubefahrung hat man es meist nicht mehr mit den Laufbrettern und nur noch mit der Hälfte der Spreizen zu tun. Gerinne (wenn im Anstehenden ausgeführt auch Gequelle) sind Einrichtungen zur gezielten Wasserführung im Bergwerk, in diesen wurde zum Beispiel Wasser gesammelt, welches an den Wänden herunterlief, aber nicht in einen weiter unten befindlichen Abbau gelangen sollte – dort hätte man es ja extra heben müssen. Weitere dazu nötige Einrichtungen waren sogenannte Gefluderkästen aus Holz (aus Brettern oder auch aus halben Baumstämmen) und Traufdächer. 6.6 Fauna und Flora Botaniker kommen im Bergbau nicht auf ihre Kosten. Lediglich die Lampenflora im statischen Licht verunstalteter Schaubergwerke bildet interessante Studienobjekte, ansonsten verhindert das fehlende Licht eine Vegetation. Sehr aktiv und wenig erforscht sind dagegen die verschiedenen Pilzarten, die Grubenhölzer und mit den Tagewässern eingeschwemmte Nährstoffe verwerten. Ähnlich interessant wie mykologische (pilzkundliche) könnten sich auch bakteriologische Forschungen darstellen. Zum Beispiel geht es im Kapitel 7.2 um die Rolle der Bakterien bei der Entstehung saurer Grubenwässer. Mit den Bakterien ist man schon halb im Tierreich. Höher entwickelte Tierformen (außer dem Menschen, Homo Montanus Freibergii) konnten in der Kürze der verfügbaren Zeit natürlich keine spezialisierten Anpassungen an den Lebensraum „Altbergbau“ herausbilden, wie das für Höhlen immerhin möglich war. Höhlenspinne und -heuschrecke wurden bereits im sächsischen Altbergbau beobachtet. Den Hauptteil der Fauna stellen „Gäste“, die den Altbergbau nicht ständig bewohnen, sondern ihn nur zeitweilig oder ungewollt aufsuchen. Fuchs und Dachs, Mäuse gehören dazu, Frösche und Kröten im Mundlochbereich sowie diverses Geflügel aus dem Insektenreich. Allgemein gelten die gleichen Verhaltensregeln wie beim Umgang mit Wildtieren über Tage. Fuchs und Dachs (Tollwutgefahr bei beiden) werden sich beizeiten durch einen zweiten Ausgang verkrümeln, wenn in ihrem Reich jemand herumlichtert. Wo man sie doch zu Gesicht bekommt, haben sie Junge oder wurden in die Enge getrieben – dann sollte man lieber den Rückzug antreten, es könnte sonst bissig werden. Eine Art wurde bisher nicht angesprochen, die Fledermäuse. Alle Arten sind nach der Naturschutzgesetzgebung ([BNatSchG], [SächsNatSchG], [BArtSchV]) entweder regional ausgestorben, vom Aussterben bedroht oder stark gefährdet. Sie verbringen im Altbergbau wie in der Höhle ihren Winterschlaf und finden sich, je nach Bewetterungsverhältnissen, bis weit in den Berg. Man sollte wissen, daß sie während ihrer Schlafperiode - etwa Ende September bis Anfang April - ihre Körpertemperatur auf Umgebungstemperatur absenken und damit die Lebensfunktionen extrem verlangsamen. Die mittlere Temperatur im Bergwerk beträgt bei geringer Wetterbewegung ca. 5°C – 8°C, entspricht also etwa der Jahresmitteltemperatur. Für jedes Erwachen, insbesondere für „Schnellstarts“ bei Störungen, benötigen sie große Mengen Energie, die ihnen zum Überleben bis ins Frühjahr fehlt. Solche Störungen sind auch nach [SächsNatSchG] untersagt. Neuere Forschungen haben gezeigt, daß Fledermäuse auch aus eigenem Antrieb mehrmals während eines Winterschlafes den Hangplatz wechseln können. Auch ein einmaliges, ungewolltes „Zwischenwecken“ bringt daher nicht gleich jede Maus zu Tode. Solange die Altbergbauforschung nicht zum kommerziell betriebenen Massentourismus ausartet, wäre es daher Blödsinn, generell auf Befahrungen in dieser Jahreszeit zu verzichten, zumal in der dunkleren Zeit in Sachsen die Befahrungsvoraussetzungen leider Gottes besser sind als im Sommer. Stark belegte Objekte, bei denen man die Fledermäuse durch die örtlichen Verhältnisse zwangsläufig aufwecken würde, sind natürlich zu meiden. Ansonsten ist es selbstverständlich, daß man den Tieren nicht mit der Karbidlampe zu nahe kommt (gesamter Bereich unter dem Hangplatz!) und beim Fotografieren kein Blitzlicht verwendet - statt dessen mit langen Belichtungszeiten und statischem Lampenlicht arbeiten. Fackeln und offenes Feuer sind durch den entstehenden Ruß tödlich und vergiften das Quartier auf lange Zeit. Weiterführendes, speziell auch zur Artbestimmung, findet man zum Beispiel in [19] und [20] (kostenloser Versand). Auch an dieser Stelle muß darauf hingewiesen werden, daß ein effektiver Schutz der Fledermäuse in der Winterperiode besser durch vernünftige Befahrungsbedingungen im Sommer als durch Totalverbote zu erreichen ist. Es ist hinzuzufügen, daß für das Aussterben der Fledermäuse letztlich nicht die Störungen durch Befahrer im Altbergbau verantwortlich ist (den gibt es nämlich erst seit ein paar hundert Jahren und er wurde vom Menschen erst geschaffen), sondern die allgemeine Zerstörung und Vergiftung ihres angestammten Lebensraumes durch wirtschaftliche Nutzung. Beim „sicheren Verschluß“ von alten Bergbauanlagen macht sich auch kaum ein dafür Verantwortlicher Gedanken über Fledermaus- und Amphibienschutz. Zu den eigentlich notwendigen Maßnahmen gibt es Ausführlicheres im Kapitel 16.5.3.
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