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Um einen Zugang standfest zu erhalten und nicht ortskundige Personen vor Schaden durch ein wild offen stehendes Loch zu bewahren, baut man den Zugang - soweit das nicht schon während der Aufwältigung geschehen ist - aus. Auch unter Tage sind bisweilen Baue neu aufzuwältigen und/ oder auszubauen. Dabei kommen sowohl Techniken aus dem normalen Bergbau (siehe Fachliteratur [30], [31], [32], [33]) als auch befahrerspezifische „Verwahrungen” und „Ausbauten“ zum Einsatz. 12.1 Erkundungsausbau: Schürfe und SchurfschächteStollenmundlöcher hat man entweder durch einen Schürfgraben oder einen am Hangansatz angelegten Schurfschacht aufgesucht und geöffnet, wenn das Mundloch zugeschüttet war. Einen Schürfgraben baut man aus, wenn die Seitenwände auf Grund ihrer Höhe nicht mehr standsicher sind; ab welcher Höhe das geschehen soll, ist je nach Art der Auffüllung und Feuchtigkeitsverhältnissen unterschiedlich. Als Faustregel kann gelten, daß man ab 2,0 m bis 2,5 m Tiefe auch in scheinbar gut stehender bindiger Masse ausbaut, da diese beim Austrocknen oder Ausfrieren zum Nachfallen neigt. Welches Material man hierzu verwendet, hängt davon ab, wie lange der Schurf offen bleiben muß und ob der Ausbau des Schurfes gleich als Ausbau des Zugangs dienen soll. Mit Holz läßt sich am einfachsten und schnellsten ausbauen - es hält aber im Erdreich nur etwa 3 bis 5 Jahre. Der Ausbau beispielsweise mit Holzrahmen und Brettern hat den Vorteil, daß das Ausbaumaterial zum Teil vor Ort wächst. Als tragende Elemente kommen vor allem Rundhölzer (Nadelholz, trocken!) von 10 bis 20 cm Durchmesser zum Einsatz, Kantholz verwendet man nur dort, wo man sich sicher ist, daß man keine Getriebezimmerung anfangen muß. Der Verzug gegen das Erdreich kann mit Holz (Bretter, dicke Sperrholztafeln), (Well-) Blech oder Schaltafeln erfolgen. Spanplatten und geleimte Holzplatten sollten nur dort eingesetzt werden, wo es relativ trocken ist, da sie sich bei Nässe wellen, der Leim aufweicht und sie dann nicht halten. Stahlausbau ist für bleibende Zugänge bestens geeignet, allerdings auch arbeitsaufwendiger. Sehr gut hat sich hier bei geringen Schurfquerschnitten (bis 2 m²) Gerüstrohr (wenn vorhanden: verzinkt) in Verbindung mit Blechverzug bewährt, auch weil es sich an den Rohren gut klettern läßt und man meist die Fahrt weglassen kann. Tiefer als etwa 10 m in Auffüllung sollte man aber mit Gerüstrohr nicht bauen, da sonst die Stabilität gegen den äußeren Erddruck nicht gegeben ist. Desgleichen ist diese Art Ausbau ungeeignet, wenn größere Ablöser darauf drücken können. Mögliche stabile Alternativen sind Träger (I und U), die über Winkellaschen vor Ort zum Ausbau zusammengeschraubt werden. Als Verzug dienen Rohre (>3/4”), starkes Blech, Wellblech, Feldbahnschienen oder dicke Schaltafeln aus Kunstharzlaminat. Steckt man Holz dahinter, hat man alle paar Jahre das Vergnügen, verfaultes auszuwechseln. Die Elemente des Stahlausbaus müssen über Tage vorgefertigt werden (wehe, es hat jemand nicht genau gemessen!) und ihr Transport erzeugt einen Buckel und fördert die Verwilderung der kultivierten Sprache. Schnell und dauerhaft ist ein Schürfgraben mit Schraubspreizen und Schaltafeln, Holz oder Blech (ab 2 mm) ausgebaut. Die Technik kann man sich auf jeder Baustelle für eine Abwasserleitung ansehen. Original Schraubspreizen für Bauanwendungen sind sehr robust aber auch teuer, günstiger fährt man mit Schraubspreizen aus einem Gerüstfuß für Baugerüste und einem Stück Gerüstrohr. Schraubspreizen sind auch für andere Anwendungen unter Tage universell einsetzbar. Länger als 2 m sollten selbstgebaute Spreizen aus Gerüstrohr aus Gründen der Knicksicherheit nicht sein, hier benutzt man besser die stärkeren und haltbareren Bau-Schalungsspreizen. Wird der vor einem Hang angesetzte Schürfgraben sehr tief, kann man natürlich aus ihm heraus vom „Tagebau” zum „Tiefbau” übergehen und sich mittels Getriebezimmerung durch die Auffüllung zum Mundloch vorarbeiten, was den Vorteil hat, daß das Mundloch gleich anständig ausgebaut ist. Die ordentliche, fachgerechte Ausführung dieser Zimmerung zeigt Abbildung 85, es ist ratsam, sich die Technik von erfahrenen „Holzwürmern” zeigen zu lassen oder wenigstens eine solche Zimmerung irgendwo zu besichtigen. Macht man nämlich was verkehrt oder ist zu faul, die Hilfstürstöcke richtig zu setzen, wird die Strecke bald immer enger...! Eine mehr befahrergerechte Abwandlung der Technik (Bergamt bitte mal wegsehen!) besteht darin, das Profil auf arbeitssparende, statisch günstigere Kriechhöhe zu verengen und die Getriebearbeit mit Gerüst- und Wasserrohr, Holzpfählen, Eisenträgern, Spanplatten, Sperrholz, alten Türen, Blech und ähnlichem brauchbaren Sperrmüll auszuführen. So eine Variante mit Gerüstrohr und Wellblech ist in Böhmen weit verbreitet und hat sich auch für Schächte gut bewährt. 
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| Abbildung 84: Lage von Schürfen auf vermutete Hohlräume | | Dick gestrichelt: jeweilige Grenzen des Schurfs, dünn gestrichelt: Erkundungsversuche mit einer leichten Peilstange (rechtes Bild) |
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Das Anlegen eines größeren Schürfgrabens mit nachfolgender regelgerechter Getriebezimmerung empfiehlt sich dort, wo ein unter mächtiger Auffüllung verborgenes Mundloch dauerhaft freigelegt werden soll (zum Beispiel Nachnutzung durch Verein, museale Zwecke und so weiter). Will man nur einmal in den Stollen hineinschauen oder hat einen Grund, den Zugang zu verbergen, teuft man einen kleinen Schurfschacht im Knick zwischen flacher Stollenpinge und Hangkante (Abbildung 84) bis auf den Stollen ab. Erreicht man mit dem Schurfschacht nicht den Stollen, sondern nur Auffüllung oder Verbruch, so bringt man ihn bis auf die vermeintliche Sohle des Stollens und arbeitet sich von da aus mit Getriebe- oder einfacher Zimmerung (Türstöcke, Kapitel 12.4.1) in Richtung des Hanges im vermuteten Stollenverlauf vor, bis man den Hohlraum gefunden hat. Es ist eine gute Idee, vor allem wenn man sich der Lage des Mundlochs nicht ganz sicher ist, vom Schurf aus mit einer leichten Peilstange (Baustahl, angespitzt, etwa 1 m) nach dem Hohlraum zu stochern, nicht zuletzt deshalb, weil man beim Öffnen eines Mundlochs oft reichlich Schlamm und Wasser findet. In einem Schurfschacht ist das etwas fatal, denn die Taucherausrüstung gehört eigentlich nicht zum Gezähe eines Befahrers! 
| Abbildung 85: Ausführung der Getriebezimmerung | Aus [30] | Benennung der Bauteile: B) lose Massen; h, h1) Getriebepfähle (vorn abgeschrägte dicke Bretter); d, d1) Haupttürstöcke; f, f1) Hilfstürstöcke; i) Pfändeholz; k) Zwickkeile; l) Pfändekeile; Erläuterung zu Technologie im Text |
12.2 Ausführung der GetriebezimmerungDie Getriebezimmerung kommt zum Vortrieb in losen Massen im Einsatz, zum Beispiel beim Übergang von offener Bauweise zum untertägigen Vortrieb aus einem Schurfgraben, aber auch beim Abteufen im Lockergestein. Die Ausführung erfolgt (die Nummerierung nimmt Bezug auf Abbildung 85) so: 1. Türstock d im festen Gestein setzen, Pfähle h anstecken, mit zwischengelegten Brettstücken oder Keilen schräg nach oben drücken und etwas in die losen Massen B eintreiben; die Schräge der Bretter nach oben heißt die „Pfändung“, sie muß ausreichend sein, um den nächsten Haupttürstock d1 in dieselbe Höhe wie den vorigen d zu setzen Unter ständigem Freimachen der Pfahlenden, Eintreiben und Wegfüllen der Massen werden die Pfähle bis zu halber Länge eingetrieben; dabei achtet man darauf, daß die Hinterenden mit Keilen oder Brettern so niedergehalten werden, daß die Schräge erhalten bleibt. 2. Nun wird der Hilfstürstock f direkt unter die Pfahlenden gesetzt, die Pfähle liegen danach auf zwei Türstöcken auf und werden bis ans Ende vorgetrieben. Die Pfahlenden werden durch Keile gehalten, unter die Spitzen wird ein Pfändeholz i provisorisch verlegt. 3. Unter dem Pfändeholz i wird ein neuer Haupttürstock d1 gesetzt, und zwar so, daß die neuen Pfähle noch dazwischen passen. Die Pfähle h1 werden angesteckt und eingetrieben, zunächst hält sie der Hilfstürstock f in der richtigen Schräge. 4. Bei halber Länge wird der nächste Hilfstürstock f1 eingebaut und weiter wie oben beschrieben verfahren, bis die Bruchstelle überwunden ist. Der Ausbau wird bis ins wieder feste Gebirge gezogen. Bei einem fertigen Feld werden die Pfahlenden durch Zwickkeile k festgelegt. Vor allem, wen die aufliegende Masse stark auf die Pfahlenden eines fertige Feldes drückt, werden bis zum Anstecken neuer Pfähle Pfändkeile l zwischen Pfändeholz und neuem Haupttürstock gelegt, um das Herunterbiegen zu verhindern. Das Verfahren wurde hier lediglich für die Firste beschrieben, funktioniert aber so selbstverständlich auch für die Stöße und leicht abgewandelt auch beim Vortrieb von Schächten in Lockermassen. Bei der Aufwältigung von Schächten von über Tage aus werden die ersten Meter meist im Bolzenschrotausbau mit Getriebezimmerung geteuft. Literatur: [30]. 12.3 Ausbau von MundlöchernEin freigelegtes Mundloch ist, vor allem wenn es vollständig ausgegraben wurde, durch Verwitterung des anstehenden Felsens meist nicht so standfest, daß dort jedermann eine Befahrung zugemutet werden kann. Aus diesem Grund wird es bis ins feste Gebirge hinein ausgebaut. Das „feste Gebirge” ist ein ähnlicher Begriff wie „sicherer Wanderweg”, wo es anfängt, sagt entweder eine Behörde (dann ist es fast am Erdmittelpunkt) oder jemand, der sich mit sowas auskennt (Bergmann, praktisch arbeitender Geologe, Befahrer...), dann wird dort ausgebaut, wo es gebräch und gefährlich ist. Beim Ausbau orientiert man sich daran, was an diesen oder vergleichbaren Anlagen in der historischen Betriebszeit vorhanden oder wenn man das nicht rauskriegt, was wenigstens gebräuchlich war. Es gibt in Sachsen entsetzliche Stilbrüche, bei denen beispielsweise ein Mundloch einer armen Grube, wo der Besitzer froh war, einen Korb und eine Keilhaue sein eigen zu nennen, mit einer pompösen Mauerung und Schlußstein wie ein königlicher Hauptstollen versehen wurde. Mal ganz davon abgesehen, daß diese „Denkmalpfleger” wenig Ahnung vom Gewölbesetzen hatten, alles mit Beton bekleckst ist und allgemein mehr erbärmlich als schön aussieht. Beim zur Zeit im Erzgebirge herrschenden Tourismusrummel werden Dinge getan, bei denen es einem Bergbauhistoriker kalt den Rücken herunterläuft. Um ein am Wege gelegenes Stollenmundloch für die abenteuerlustigen Touris zugänglich zu machen, wurde es mit einem diesmal wenigstens ordentlich gesetzten, aber früher nie so vorhanden gewesenen Gewölbe gesichert und vom Weg herunter zum Mundloch einige Stufen gebaut. Daß sich vor dem Mundloch eine Radstube befand, die mit dieser Aktion verbaut wurde, interessierte weder den Sanierungsbetrieb, der dieses wußte, noch den Auftraggeber. Wann endlich gründen frustrierte Historiker die „Aktionsfront zum Bereißen versauter Mundlöcher” ?! 12.4 Ausbau mit HolzAm schnellsten ist ein Mundloch mit Holz ausgebaut. Dieser Ausbau hat allerdings den Nachteil, daß er nicht ewig hält und immer mal erneuert werden muß. Aus bergbauhistorischer Sicht ist er bei fachlich richtiger Ausführung, wenn nicht Reste anderen Ausbaus wie beispielsweise Gewölbe beim Aufwältigen vorgefunden wurden, stets unbedenklich. Was heißt nun „fachlich richtige Ausführung”? Zuerst einmal, daß man die Möglichkeit hat, dieses unbehelligt tun zu können, die „Befahrerzugänge” sind weiter unten beschrieben! Die verschiedenen Arten des Holzausbaus werden im Folgenden beschrieben, voranstellen wollen wir noch einige prinzipielle Bemerkungen. Im Gegensatz zum gewöhnlichen Zimmermannshandwerk werden im Bergbau kaum gezapfte Verbindungen verwendet, da das Holz durch diese Verbindungsart zu stark geschwächt wird (Ausnahme: Kastenrahmenausbau in Abbauen). Es werden grundsätzlich solche Verbindungsarten angestrebt, wo der volle Holzquerschnitt trägt. Zum Ausbau wird trockenes, gerade gewachsenes, roh geschältes Nadelrundholz ohne erkennbaren Pilzbefall verwendet. Nadelholz verwendet man wegen des niedrigen Preises, seiner Fähigkeit, bei Überlastung vor dem Bruch lautstark zu splittern und aufzureißen ohne gleich voll durchzubrechen und dem durch seinen Harzgehalt natürlich vorhandenen Holzschutz. Gerader Wuchs ist wichtig für die Tragfähigkeit, krummes oder drehwüchsiges Holz bricht eher als gerades. Die Rinde muß ab, da man ausbauen und nicht Pilze und Käfer züchten will. Das Holz wird lufttrocken eingebaut, da sich der kraftschlüssig an das Gebirge angebaute Ausbau beim in der Grube unvermeidlichen Vollsaugen mit Wasser durch die damit verbundene Ausdehnung des Holzes richtig verspannt und festsitzt. Außerdem wird Holz, welches trocken nach unter Tage gebracht wurde, wesentlich langsamer von Fäulnis befallen und hält länger. Wenn man die Möglichkeit hat, das Holz mit pilz- und fäulnishemmenden Mitteln imprägnieren zu lassen, spart das eine Menge Arbeit bei der Instandhaltung, es sollte aber nicht so ausarten wie in einer sächsischen Grube, die durch ihren lieblichen Duft nach Karbolineum auch im Dunkeln ohne Geleucht zu finden ist! Kantholz wird zum Ausbau nicht oft verwendet, da es teurer, weniger tragfähig und nicht so beständig gegen Fäulnis wie Rundholz ist. Die mangelhafte Tragfähigkeit bei gleichem im Kantholz liegenden Rundholzdurchmesser kommt daher, daß das gesägte Kantholz zu viele angeschnittene Holzfasern aufweist, die sich nicht mehr im natürlichen Faserstrangverband befinden. Vor allem unter dynamischer Last (Gebirgssetzung, Steinschlag) erfolgt viel eher ein Aufreißen des Verbundes als bei gewachsenem Rundholz. Die angeschnittenen Faserstränge bilden zudem eine großflächige Eintrittspforte für Pilze und Fäulnisbakterien, da diese sich am liebsten am Ende eines Faserbündels ins Holz begeben und entlang der früheren Wasserleitungsbahnen des Baumes wachsen. Aus denselben Gründen bemüht man sich, Verjüngungen des Langholzes, Verblattungen und Scharen (siehe unten) des Ausbaus mit dem Kaukamm (Zimmermannsbeil) und nicht mit der Säge herzustellen, da beim Aushacken und Abspalten der Verbindungselemente nicht so viele Fasern angeschnitten werden wie beim Sägen. Der Umgang mit dem Kaukamm erfordert einige Übung, da es zum Beispiel ziemlich schwer ist, aus dem widerstandfähigen Hirnholz eines Stammes die Schar für einen polnischen Türstock so herauszubringen, daß die Kappe gut aufliegt. Das Werkzeug muß dazu so scharf sein, daß man damit hobeln könnte, also Schleifstein mitnehmen und öfter abziehen (wie bei einer Sense). Wem das Ganze als übertriebener verstaubter Unsinn aus den finsteren Zeiten ohne Kettensäge erscheint, der sollte mal dort einfahren, wo seit über einhundert Jahren aus gerissenem Holz hergestellte dünne Viertel- oder Halbhölzer Massen im Abbau halten während daneben gesägte Bohlen und „grün eingebaute” Türstöcke des jüngeren Bergbaus nur noch Schlamm sind. 
| Abbildung 86: Stichmaß |
| Einfacher Eigenbau: G) Gestell aus Leisten und Blechverbindern; Z) Zunge, Schieber; M) Maßstab; F) Feststellmöglichkeit (zum Beispiel Flügelmutter) |
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Wer häufig ausbaut, kann sich neben Säge und Kaukamm noch ein Stichmaß (Abbildung 86) anschaffen oder selberbauen. Dieses Gerät ist bei Tischlern und Fensterbauern in Gebrauch, die damit genau das lichte Maß einer Öffnung bestimmen. Ist das Stichmaß feststellbar, kann die gemessene Länge direkt auf das zuzuschneidende Holz übertragen werden. Das vermeidet Fehler und ist besonders hilfreich bei straff einzuschlagenden Stempeln, die genau passen müssen. |