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AKTUELLES

Höhlenrettung Baden-Württemberg unter neuer Führung

GRABENSTETTEN. Mit einer neu zusammengestellten Führungsspitze geht die
Höhlenrettung Baden-Württemberg e.V. ins Jahr 2008. Bei der
Jahreshauptversammlung am vergangenen Sonntag stellten sich der
Gründungsvorsitzende Wolfgang Morlock sowie sein Stellvertreter Alfred
Kösling nicht mehr zur Wahl. Dies teilte der Geschäftsführer der
Rettungsorganisation, Alexander Maier, mit.

"22 Jahre sind genug, jetzt muss mal frischer Wind rein", kommentierte
der scheidende Vorsitzende Wolfgang Morlock aus Freiberg am Neckar
seine Entscheidung. Diese frische Brise sollen Ingo Bauer, angehender
Geowissenschaftler aus Mannheim als Vorsitzender, und Michael Wasmund
aus Tübingen als dessen Stellvertreter bringen. Beide sind in der
Rettungsorganisation keine Unbekannten. Bauer ist bereits seit mehreren
Jahren als Ausbildungsleiter in der Höhlenrettung tätig und auch
IT-Spezialist, Wasmund war bereits Amtsträger in der
Untertage-Rettungsorganisation, bevor er zwischenzeitlich drei Jahre in
Australien lebte, informiert Alexander Maier.

"Wir sind auf einem guten Weg, und wir werden den von Wolfgang Morlock
eingeschlagenen Kurs vorerst nicht ändern", lautet Bauers Ausblick auf
die Zukunft des Vereins.

Den Posten des Ausbildungsleiters übernimmt nun Daniel-Frank Bauer, ein
engagiertes Jungmitglied aus dem Kreis Calw. Die Arbeit des
Geschäftsführers und des Schatzmeisters bleibt wie bisher in den Händen
von Alexander Maier und Joachim Messmer.

Als Dank für ihr Wirken im Verein, wurde unter anderem auch der
scheidende Depotwart Matthias Leyk mit einem Präsent bedacht. Wolfgang
Morlock hingegen hatte besonderen Grund zur Freude: Ihm verlieh der
Vorstand die Würde des Ehrenvorsitzenden.


Besuch der Höhlenrettung B.W. beim 10. Internationalen
Montanhistorik-Workshop in Dittrichshütte/Thüringen

Vom 03.10. - bis 7.10.2007 trafen sich im ehemaligen Bergbauort
Dittrichshütte über 100 interessierte Montanhistoriker aus ganz Europa. Die
Veranstaltung fand im Kinder- und Jugenderholungsdorf Dittrichshütte
/Thüringen statt. Es konnte kein passenderer Ort für diese Veranstaltung
gefunden werden: Das Kinder- und Jugenderholungsdorf war ein ehemaliges
Wismut-Objekt. Der typische Baustil ist heute noch klar erkennbar.

Bereits ab Mittwoch Vormittag füllte sich langsam das Tagungsbüro mit den
anreisenden Gästen, die Zimmer und die Unterlagenmappe wurde an alle
Teilnehmer verteilt. Diese konnten sich noch zu verschiedenen Exkursionen
eintragen. Ab 13.45 Uhr wurden dann diese durchgeführt. Am Abend fand die
Begrüßung der Gäste statt . Mehrere Fachvorträge und gemütliches
Beisammensein, das bis in den frühen Morgen dauerte, rundeten den Abend ab.
Am kommenden Morgen wurde der Workshop durch die Landtagspräsidentin von
Thüringen eröffnet. Nach den Grußworten wurden von verschiedenen Referenten
Fachvorträge abgehalten. Ab 13.45 Uhr fanden erneut verschiedene
Halbtagsexkursionen rund um Saalfeld statt.

Ziel der Exkursionen war unter anderem die Maxhütte, die Eisenerzgrube
Wittmannsgereuth oder die Feengrotte um nur einige Beispiele zu nennen.

Der Freitag Vormittag war mit interessanten Vorträgen belegt, der Nachmittag
wurde von verschiedenen Workshops belegt. An verschiedenen Stationen, wie
Biwak, SRT für Einsteiger, Vermessung, Setzen von Ankerpunkten, usw..
konnten sich die Teilnehmer weiterbilden. Am Abend fanden erneut
verschiedene Vorträge über Bergbau und Bergbaugeschichte statt.

Leider musste ich am Freitag Abend abreisen. Am Sa. und So. waren noch
weitere interessante Ganztagesexkursionen ausgeschrieben.
Als Höhlenforscher war es ein etwas anderer Ausflug in die Bergbauwelt, und
in die Geschichte des Bergbau im Mittelalter, zu DDR Zeiten und heute. Es
konnten interessante Informationen zum Thema Rettung und Befahrung
ausgetauscht werden.
Am Schluss möchte ich mich herzlich mit "Glück Auf" für die freundliche Aufnahme
und die vielen tollen Gespräche bedanken.

Michael Hottinger


Anmerkung: Wir haben uns sehr gefreut, daß Michael als Vertreter der Höhlenrettung-BW auf diesem Montanhistorik-Workshop dabei war. Vor allem bei den praktischen Workshops stellte sein Fachwissen und seine Erfahrung eine willkommene Bereicherung dar.
Selbstverständlich war auch sein liebevoll aufgebauter Verkaufsstand zu fast jeder Zeit ein Anziehungsmagnet für viele aktive Befahrer und Technikfreaks. So konnte man, mit den Objekten der Begierde in der Hand, mit Gleichgesinnten den Nutzen und die speziellen Vor- und Nachteile der Ausrüstungsgegenstände erörtern und unter fachkundiger Beratung auch seine Ausrüstung direkt vor Ort erweitern und komplettieren! Herzlichen Dank dafür.

Mehr Infos zu diesem und den vorangegangenen Montanhistorik-Workshops findet man unter:
http://www.montanhistorik.de

Michael Krumrei
für das Organisationsteam 2007


20. Oktober 2007:


Bergungsaktion Albstadt 27./28.08.2007

Zu einer nicht ganz alltäglichen Bergungsaktion wurden die Helfer der Höhlenrettung Baden-Württemberg e.V. am 27.8.07 gerufen: Bei einer Horizontalbohrung mit rund 15 Grad Neigung zur Erstellung einer Gaspipeline im Bereich des Zollersteighofes kam es in rund 80 m Entfernung zum Stollenportal zum Verlust von fünf Bohrköpfen. Dadurch konnte die Bohrung nicht weitergeführt werden, hohe Ausfallkosten im sechsstelligen Bereich drohten. Die Spezialisten der Höhlenrettung Baden-Württemberg e.V. wurden darauf hin von den Stadtwerken Albstadt mit der Bergung beauftragt. Nach Inspektion der Bohrstelle am Montag wurde von Einsatzleiter Alexander Maier für den Dienstag morgen ein Bergungsversuch angesetzt.

Dienstag morgen, 9:30 Uhr

Das Bergungsteam, bestehend aus Albrecht Schlierer, Daniel-Frank Bauer, Michael Hottinger und den Einsatzleitern Alexander Maier und Matthias Leyk trifft sich zur Lagebesprechung am Zollersteighof. Mitgeführt werden Seile, Winden, Telefone, Tragen, Notfall-Ausrüstung sowie Gesteinsbearbeitungswerkzeug. Albrecht und Daniel befahren das nur 60 cm weite, schlammige Bohrloch. Mit sich führen Sie einen Metalldetektor, eine Kunstoffschale zum Transport und ein Seil. Zudem verlegen Sie eine Michiphone-Verbindung nach unten. Gegen Mittag können zwei der Bohrköpfe gefunden und geborgen werden. Eine Absuche des Bohrtunnels bis ca. 140 Meter vom Eingang ergibt keine weiteren Funde direkt im Bohrkanal. Somit kann die Verlegung der Gaspipeline ohne größeren Aufwand weitergeführt werden. Um ca. 16 Uhr sind alle Bergungs- und Aufräumarbeiten beendet.

(A.Maier)


. Schulsanitätstag in Radolfzell am Bodensee

Am 21. Juli 2007 fand in Radolfzell am Bodensee der 3. Schulsanitätstag statt.
Mit dieser Veranstaltung wurde den Schulsanitätern der Klassen 1-13 des Landkreises Konstanz und anderen Landkreisen in Baden-Württemberg erneut für ihre Tätigkeit gedankt und ihnen die Möglichkeit gegeben, sich über andere Bereiche des Rettungswesen (DLRG, freiwillige Feuerwehr, THW, DRK Bergwacht Württemberg , Jugendrotkreuz, DRK Hunderettungsstaffel und Höhlenrettung Baden-Württemberg) zu informieren. Schon im Vorfeld der Veranstaltung kam von vielen Teilnehmern die Frage, ob denn auch wieder die Höhlenrettung dabei sei.

In der Begrüßungsrede erzählte Herr Landrat Frank Hämmerle, aus dem Landkreis Konstanz, ausführlich von seiner Tour in die Aachdoline mit Rafael Grimm und Rainer Friedrich und erklärte, wie wichtig und interessant er die Arbeit der Höhlenrettung findet, von der die meisten Personen noch nichts gehört haben. Herr Landrat Hämmerle war beim letzten Schulsanitätstag auf uns aufmerksam geworden und hatte dort den Wunsch geäußert gerne mal eine Höhle zu befahren, was im Juni verwirklicht werden konnte.
Die HR-BW war mit 5 Personen vor Ort (Rafael und Susanne Grimm, Rainer Friedrich, Bernd Hugger und Silke Brumme). Es sind ungefähr 360 Schulsanitäter plus Betreuer zum Schulsanitätstag gekommen, die in 5 Gruppen die einzelnen Stationen der jeweiligen Rettungsorganisationen für ca. 35 Minuten besuchten.

Bei uns durften die Schulsanis in Teilgruppen zu ca. 20-25 Personen einen 10-minütigen Film von Matthias Leyk über die Rettungsübung in der Laichinger Tiefenhöhle im Februar 2006 anschauen, eine Person in die SKED-Trage einpacken sowie einen Parcour absolvieren.
Der Parcour mit Engstellen, der wieder mit Geräten aus der Sporthalle aufgebaut worden war, war dieses Jahr etwas anspruchsvoller. Nach einer horizontalen Kriechstrecke ging es eine Schräge mit ca. 30° Steigung hoch, die nur kriechenderweise zu bewältigen war. In ca. 1,8 m Höhe mußten die Kids sich durch ein Loch in der Sprossenwand hindurcharbeiten und anschließend wieder auf den Boden hinunterklettern. Dieser Parcour durfte erst ohne und dann mit Schleifsäcken durchkrochen werden. Die Schleifsäcke waren z.B. mit Bleigurten, Medizinbällen und Wolldecken gefüllt. Parallel dazu wurde mit 2 Heulruftelefonen vom Höhleneingang zum Endpunkt der "Bodenseehöhle" eine Meldung gemacht, wieviele Personen, von welcher Schule, wieviele Schleifsäcke nach hinten bringen.
Die ca. 35 Minuten für jede Gruppe vergingen wie im Flug und wie letztes Jahr hatten die Kids wahnsinnig viel Spaß und ließen sich trotz des schwülwarmen Klimas in der Turnhalle nicht bremsen.
Die Veranstaltung war für die HR-BW aus unserer Sicht erneut ein voller Erfolg. Wir planen nächstes Jahr wieder beim Schulsanitätstag mitzumachen und würden uns freuen, wenn noch andere Höhlenretter Lust und Zeit haben mitzuhelfen.

Silke Brumme


FERIENPROGRAMM / Verschönerungsverein und Höhlenrettung veranstalten beliebtes Programm

Schüler erkunden die Falkensteiner Höhle

Ausgerüstet mit Helmen und Taschenlampen machten sich die Teilnehmer auf in Dunkelheit und Nässe

Sehr beliebt beim Ferienprogramm war auch in diesem Jahr die Begehung der Falkensteiner Höhle. Eine abenteuerliche Aktion, die den Kindern stets Spaß macht.

BAD URACH Der Verschönerungsverein Bad Urach und die Höhlenrettung Baden-Württemberg machten die aufregende Erkundung möglich. Zunächst mussten alle 36 Kinder mit Helmen und Taschenlampen ausgerüstet werden. Stabiles Schuhwerk und nicht zu leichte Kleidung waren empfohlen worden und so konnte das Abenteuer Höhlenbegehung beginnen.

Nach kurzer Wanderung an die steilen Albfelsen machten sich die Kinder in kleinen Gruppen, jeweils begleitet von drei Höhlenführern auf in die Dunkelheit und Nässe der Höhle. Der Höhlenbach führte wegen der Niederschläge der vergangenen Tage reichlich Wasser, sodass sogar die ersten, leicht zugänglichen Meter, von den Kindern einiges an Geschick verlangten.

Fünf Kilometer in den Fels

Die Falkensteiner Höhle führt zwar insgesamt rund fünf Kilometer in den Fels, ohne Tauchausrüstung sind aber nur die ersten paar Meter ohne jegliche Gefahr begehbar. Wer weiter will, muss einen Siphon durchtauchen, erklärt Alexander Maier, Geschäftsführer der Höhlenrettung Baden-Württemberg. Zum Abschluss des Höhlenabenteuers bewirteten die Mitglieder des Verschönerungsverein die jungen Höhlenforscher mit einem Vesper. Möglich wurde die Veranstaltung durch die Unterstützung diverser Sponsoren. Sehr schade sei, bedauerte der Organisator Gerhard Schwenninger, dass zwölf Kinder, obwohl angemeldet, nicht erschienen seien. Bei pflichtgemäßer Abmeldung hätten nämlich die Kinder nachrücken können, die auf der langen Warteliste standen.

Alexander Maier


Bergungskostenversicherung bei der Höhlenrettung

Liebe Höhlenforscherkollegen,

die Höhlenrettung Baden-Württemberg e.V. ist ab dem 1.1.2007 in der Lage, ihren Einzelmitgliedern eine Bergungskostenversicherung für Höhlen-, Berg- und Skiunfälle anzubieten.

Abgedeckt sind Such- und Bergekosten inkl. Flugrettungskosten auch wenn der Versicherte in Wassernot gerät.Die Deckung beträgt max. 14000 Euro pro Person und gilt europaweit.

Der Beitrag beträgt jährlich 13 Euro, versichert sind damit der Einzahler, sein Ehepartner bzw. Lebensgefährte, sowie die im gemeinsamen Haushalt lebenden Kinder bis 18 Jahren.

Bedingung für diese Versicherung ist eine Einzelmitgliedschaft bei der Höhlenrettung Baden-Württemberg e.V.

Der Geschäftsführer der Höhlenrettung Baden-Württemberg


Höhlenrettung im Kindergarten

Am Mittwoch, den 17. Mai wurden wir eingeladen, anlässlich der jährlich veranstalteten "Waldtage" des Kindergartens Steinborn (Eisenberg, Rheinland-Pfalz) den Kindern etwas vorzuführen. Nach kurzer Überlegung kam dann die Idee auf, eine Seilbahn in einem aufgelassenen Steinbruch zu bauen und die Kinder dort hinab fahren zu lassen.


Da es schwierig ist, passende Gurte für 5-jährige zu finden, wurden die Kinder kurzerhand in ein Rettungsdreieck gesetzt und los ging's.


Für uns war es schön, mit den Kindern zu arbeiten, für die Kinder war es ein Heidenspaß.
Angelika und Ingo Bauer


Besuch der RETTmobil 2006

Am Do., den 11. Mai und besuchten Ingo Bauer und Michael Hottinger die Rettmobil in Fulda.
Bei dieser Messe handelt es sich um die Europäische Leitmesse für Rettung und Mobilität. Hier wurde vom Pflaster bis zum Rettungswagen alles gezeigt, was für den Notfalleinsatz in In- und Ausland benötigt wird.

Wir arbeiteten uns durch Berge von Blaulichtern, Rettungstragen und Beatmungsgeräten.

Es wurden alte Kontakte gepflegt und neue Kontakte aufgebaut, Kritik und Anregungen verteilt. Erwartungsgemäß konnten viele der vertretenen Aussteller mit dem Begriff Höhlenrettung zunächst wenig anfangen. Durch Gespräche wurden wir wieder darin bestätigt, dass Rettung aus unterirdischen Hohlräumen ein gewisses Stiefmütterchendasein fristet.

Im Freigelände gab es Vorführungen über Höhenrettung und einer Rettungshundestaffel. Weiter war ein Sanitäts-Zelt mit OP der Bundeswehr aufgebaut.


Wir kamen in den Genuss einer Probefahrt im kampfwertgesteigerten Sanitätspanzer Fuchs der Bundeswehr. Bei voller Geländegängigkeit ist der Sanitätspanzer ausgestattet wie ein RTW und kann maximal zwei Patienten aus mittel- bis hochgefährdetem Gelände evakuieren und versorgen.

Krankenwagen in allen Formen und Farben, vom Rettungssmart bis fast zum Raumschiff war alles vorhanden.
Nach einer kurzen Stärkung im Verpflegungszelt wurden nun nochmals die Messehallen unsicher gemacht. Rettungsschere, Splitterpinzette und Bücher wurden gekauft und Berge an Katalogen mitgenommen.

Wie wir fanden eine sehr informative Messe die wir mit Sicherheit im kommenden Jahr wieder besuchen werden.
Michael Hottinger


Feier anlässlich des 20-jährigen Bestehens de Höhlenrettung Baden-Württemberg e.V

Am Samstag, den 06.05.2006 trafen sich etwa 65 Mitglieder und Gäste der Höhlenrettung im Gasthof Lamm in Bad Urach/Hengen um das 20-jährige Bestehen der Höhlenrettung zu feiern.
Im Vorfeld der abendlichen Festveranstaltung fand eine Schauhöhlentour in die Sontheimer Höhle und eine Befahrung der Falkensteiner Höhle statt.

In seinem Grußwort umriss der 1.Vorsitzende Wolfgang Morlock den langen und steinigen Weg der zur Gründung der Höhlenrettung Baden-Württemberg führte.
Da Versicherungen immer nur die finanzielle Seite einer Rettung abdecken können, und Höhlenforschung immer mit einem gewissen Risiko verbunden ist, kam der Gedanke auf, eine Hilfeleistung von Höhlenforschern für Höhlenforscher zu organisieren, um eine effiziente und kostengünstige Rettung zu ermöglichen.
So fand 1975 das erste Treffen von Höhlenforschern statt, bei dem man sich darüber Gedanken machte.

1977 zeigte ein Einsatz im Mordloch bei Geislingen die Notwendigkeit einer speziell ausgerüsteten und ausgebildeten Rettungsgruppe auf.
So kam es dann endlich, im Jahr 1985, zur Gründung der Höhlenrettung Baden-Württemberg e.V.
"Höhlenrettung ist Teamwork, der Einzelne schafft gar nichts" so Wolfgang Morlock in seinen einführenden Worten.
Es folgte ein Vortrag von Markus Boldt, Arge Grabenstetten, zu den aktuellen (und erstaunlichen!) Ergebnissen der Grabung in der Vetterhöhle.
Er zeigte, was Wenige mit viel Engagement erreichen können.

Bild von T.Müller

Das anschließende Drei-Gänge Menü war so reichlich, dass selbst hungrige Höfos nicht in der Lage waren, das Aufgetragene zu verdrücken. Bei bester Stimmung im Saal fieberten alle dem Festvortrag der Arge Bad Cannstadt ,"Das Riesending- die tiefste Höhle Deutschlands", entgegen. Thomas Matthalm präsentierte in einer eindrucksvollen Präsentation die Forschung auf dem Untersberg. Ein Film über eine Befahrung der derzeit tiefsten Höhle Deutschlands rundete den Vortrag ab. Das anschließende gesellige Beisammensein zog sich noch lange hin, es wurden (Höhlen-)Geschichten erzählt und viel gelacht.

Mein Fazit: Ein rundum gelungener und kurzweiliger Abend, der, so glaube ich, allen Beteiligten viel Vergnügen bereitet hat.
I. Bauer


Höhlenrettung - In der Reutlinger Feuerwache wurde das zweite Materialdepot
des Landes eingerichtet

Ganz nah an den Alb-Höhlen

VON GERHARD SCHINDLER

REUTLINGEN. Sie werden immer dann gerufen, wenn jemand ganz tief drin sitzt.
Als private Rettungsorganisation ist der Verein Höhlenrettung
Baden-Württemberg darauf spezialisiert, Verunglückte aus Höhlen und
Stollengängen zu befreien. Bei der Feuerwehr Reutlingen haben die
ehrenamtlichen Retter seit gestern ihr zweites Materialdepot eingerichtet.
Ursprünglich waren sie eine Selbsthilfetruppe von Höhlenforschern. Seit 1985
sind sie als Verein organisiert, die 130 Mitglieder wohnen quer über
Baden-Württemberg verstreut. Doch sie alle verbindet nicht nur das eigene
Interesse an der Erkundung unterirdischer Hohlräume. Sie sind darüber hinaus
dazu ausgebildet, andere aus Gefahrensituationen unter Tage zu befreien.


Alarm übers Vereinsnetzwerk

»Meistens sieht das so aus: ein Sturz in einer Höhle, Knochenbrüche, danach
Unterkühlung«, schildert Alexander Maier aus Tübingen, Geschäftsführer der
Höhlenrettung e.V., einen typischen Unfall. Dann rufen die Rettungsdienste
die Höhlenretter zu Hilfe. Die alarmieren übers Vereins-Netzwerk die eigenen
Fachleuten: Mehr als 30 Höhlentaucher sind darunter, daneben Seiltechniker,
Telekommunikationsspezialisten, Ärzte oder, wie Maier selbst, Krankenpfleger.

Bisher besaß der Verein, der sich ausschließlich durch Spenden finanziert,
ein einziges Materialdepot in Lenningen-Schopfloch auf der Schwäbischen Alb
südlich von Kirchheim/Teck.

Darin steckt alles, was die Retter bei einem Einsatz benötigen könnten:
Seile und Flaschenzüge, Tragen und Isolier-planen, Lampen und Kocher, die
Notfallausrüstung eines Krankenwagens, Verpflegung und Ersatzkleidung -
alles wasserdicht in Plastiktonnen und Schleifsäcke verpackt, die man hinter
sich her-zieht, wenn man in eine der 3 000 Höhlen Baden-Württembergs
kriecht. Jetzt haben die Höhlenretter in Reutlingen ein zweites Depot eingerichtet.

Im Werkstattgebäude der Feuerwache füllen die 300 Kilogramm Ausrüstung in 25
Säcken, Kisten und Koffern ein kleines Regal - und werden künftig von den
Feuerwehrkollegen zum Einsatzort transportiert. »Auf unserer Wunschliste
steht zwar auch noch ein eigener Transporter«, erläuterte Matthias Leyk,
Materialwart der Höhlenretter, »aber den können wir uns noch nicht leisten«.
Künftig sorgt deshalb die Kooperation mit der Reutlinger Wehr dafür, dass
das Rettungsmaterial schneller vor Ort ist - zumal die Karsthöhlen der
Schwäbischen Alb zum wichtigsten Einsatzgebiet gehören. »Für die
Falkensteiner Höhle bei Bad Urach haben wir fast schon ein Abonnement«, sagt
Alexander Maier. Mehr als 500 Besucher zieht es jährlich in die leicht
zugängliche Höhle, darunter Unerfahrene und schlecht Ausgerüstete, die sich
zu weit vorwagen und dann bei einsetzendem Regen vom Höhlenbach
eingeschlossen werden. Bei Temperaturen von höchstens acht Grad wird daraus
schnell ein Notfall. Gestern weihten Wolfgang Morlock, Vorsitzender der
Höhlenretter, Reutlingens Feuerwehrkommandant Harald Herrmann und Wolfgang
Aierstock, Leiter des Führungs- und Lagezentrums der Reutlinger Polizei, das
Materialdepot ein. (GEA)

Quelle: Reutlinger Generalanzeiger

 



URL-Änderung
Die URL der Höhlenrettung Baden-Württemberg e.V. hat sich vereinfacht.
Die Homepage ist jetzt auch unter http://www.hoehlenrettung-bw.de  zu erreichen.
Die alte URL bleibt aber bis auf weiteres bestehen.


Höhlenrettungs-Mailingliste im Web!
Seit 1999 gibt es im Internet eine Mailingliste welche sich ausschließlich mit Höhlenrettungsthemen befasst. Diese Mailingliste wurde von mir eröffnet, um allen an der Höhlenrettung interessierten Personen ein Forum zu bieten, sich auszutauschen, zu Sachthemen zu diskutieren und eigene Meinungen oder Erkenntnisse zu veröffentlichen. Man kann sich unter der Adresse
http://www.coollist.com
anmelden.
Wer eigene Beiträge hat möge diese bitte per E-Mail an
caverescue@coollist.com
senden. Da die "International Cave Rescue Mailinglist", wie schon der Name sagt, nicht nur auf den deutschsprachigen Raum begrenzt sein soll, ist esnatürlich von Vorteil Beiträge in English abzufassen. Jedoch ist auch jede andere Sprache möglich. Bitte verbreitet die Mailingliste in Eurem (Höhlenrettungs-) Bekanntenkreis weiter um sie zu einem erfolgreichen Medium zu machen.
 Alexander Maier

Ungewöhnlicher Einsatz für Höhlenretter Mittwoch, 22. Oktober 2003

Zu einem ungewöhnlichen Einsatz wurde Matthias Leyk, ein Einsatzleiter der Höhlenrettung Baden-Württemberg e.V. angefordert. Die Kriminalpolizei Tübingen war durch einen Hinweis im Rahmen einer Spurensuche nach einem Raubüberfall auf einen Tübinger Baumarkt auf einen alten Luftschutzstollen gestoßen. Da solch ein Bauwerk grundsätzlich auch als Versteck für Beute, Täter oder Tatkleidung in Frage kommen konnte, bat man Matthias Leyk um eine Begehung des Stollens. Ausgerüstet mit Schlaz, Helm, Licht und einer schussicheren Weste, machte sich der Höhlenretter auf Spurensuche im Stollen - ohne Erfolg.
Gegen 12 Uhr war die Aktion beendet.

Alexander Maier


Induktions-Funkversuch mit dem Ogofon in der Falkensteiner Höhle 30.8.03
Am 30.8.03 haben wir einen Versuch mit dem Ogofon in der Falkensteiner Höhle gestartet.
Das Ziel war, eine Verbindung mit folgenden Teilen der Höhle herzustellen:
1) 1. Siphon
2) Reutlinger Halle
3) Stuttgarter Block
4) Königshalle
5) Bänisch-Halle
6) Eiseleversturz
7) 4. Siphon
Ausserhalb der Höhle wurde die 2 Meter im Durchmesser "Loop" Antenne benutzt. In der Höhle, die 1 Meter "Loop" Antenne.

Zu den Punkten 1 bis 4:
Wie von früheren Versuchen zu erwarten, gab es gute Verbindungen mit der "Loop" Antenne zu den ersten 4 Stellen. Im Gegensatz zu früheren Versuchen, brachten dieses Mal die "Erdelektroden" am 1. Siphon keine Verbesserung gegenüber der "Loop" Antenne.

Zum Punkt 5:
Bei der Bänisch Halle konnte nur in einer Richtung kommuniziert werden, nämlich von der Oberfläche in die Höhle aber nicht umgekehrt. Die Verbindung in der Höhle war klar und deutlich aber schwach.

Hier sind wahrscheinlich zwei Dinge im Spiel gewesen. Zum Einen ist der Empfangspunkt außerhalb der Höhle direkt in Grabenstetten. Durch den Ort wurden sehr viele Störgeräusche verursacht (vergrabene Stromleitungen usw.), so daß der Empfang sehr gestört wurde. Zum Anderen, war es durch die Bebauung schwierig den besten Empfangspunkt zu finden (man wollte schließlich nicht gerade vom fremden Schlafzimmer aus funken).

Zum Punkt 6:
Hier kam es zu keiner Verbindung. Da die Überdeckung hier weniger ist als bei manchen anderen Punkten ist es sehr überraschend, dass hier absolut keine Signale gehört wurden. Weder innerhalb, noch außerhalb der Höhle.

Eine mögliche Erklärung ist, dass die Höhlentruppe etwas länger als erwartet benötigt hat, den Eiseleversturz zu erreichen, so daß es nur ca 10 bis 15 Minuten gab in denen gefunkt wurde. In dieser Zeit war es wahrscheinlich nicht möglich eine günstige Lage außerhalb der Höhle zu finden.

Da der Eiseleversturz ausserhalb von Grabenstetten liegt, dürften Störungen und Ortung keine Probleme machen.
Deshalb ist eine Wiederholung dieses Versuchs für später geplant.

Zum Punkt 7:
Wegen Zeitmangel entfiel dieser Versuch.

Wieder ist zu erwarten, dass die Verbindung hier besser funktioniert als an anderen Stellen (wie z.B. dem 1. Siphon) da die Überdeckung geringer ist und der Empfangspunkt außerhalb des Ortes liegt. Die Projektion dieses Punktes auf die Oberfläche muß aber noch genauer eruriert werden.

Für die Funkstellen wo eine Verbindung zustande kam wurden GPS Daten erfasst. Dies sollte es einfacher machen, im Notfall schnell eine Verbindung zu erstellen.

Chris Ross



Höhlenrettung Baden-Württemberg e.V. mit dem Alpin-Web-Award ausgezeichnet

Die Web-Präsenz der Höhlenrettung Baden-Württemberg e.V. wurde im März 2000 mit vier von fünf möglichen Punkten ("Edelweißen") beim
Alpin-Web-Award, einem Wettbewerb um die beste Internet-Darstellung einer Website aus dem Bereich Bergsport und Outdoor, ausgezeichnet. Der
Alpin-Web-Award wird vom Alpin-Web, einem Internetregister für Bergsport und Outdoor der DAV Sektion Köln (www.alpinweb.de) vergeben.