STARTSEITE

AKTUELLES

TERMINE

RETTUNGSMATERIAL

ÜBUNGSBERICHTE

KONTAKT

MITGLIEDSCHAFT

AUSBILDUNG

FORTBILDUNG

HÖHLENMEDIZIN

HÖHLENUNFÄLLLE

GEFAHREN IN HÖHLEN

HÖHLENTAUCHEN

BILDERGALERIE

DOWNLOADS

LINKS

GUESTBOOK

AKTUELLE NIEDERSCHLAGSDATEN
  
ALARMIERUNG

 
Impressum

 

 

ÜBUNGSBERICHTE

Übungsbericht Seminar Medizin I und II 2008

Wie jedes Jahr starteten wir unsere diesjährigen Ausbildungsveranstaltungen mit Medizin I am 19/20.01.08 und Medizin II am 09/10.02.08. Veranstaltungsort waren einmal mehr die vorbildlichen Schulungsräume der Berufsfeuerwehr Reutlingen.
Ein Dank an dieser Stelle, dass wir in solch tollen Räumlichkeiten schulen dürfen.

Ca. 15 Mitglieder sowie interessierte Neuzugänge und Jungforscher fanden sich zu den Kursen ein. Ingo Bauer führte die Anwesenden in den jeweils zweitägigen Veranstaltungen durch Themen der
EH-Maßnahmen am Unfallort, weiterführende Patientenversorgung und fachgerechten Transport eines Verunfallten.
Die Veranstaltungen theoretischer wie praktischer Natur waren vielseitig gestaltet, und die Anwesenden hatten vor allem während der praktischen Einheiten Ihren Spaß.


Immer wieder gerne gesehen: der Kopfverband


Immobilisation, unsere neue Reel-splint-Schiene.

Infos zur fachgerechten Handhabung unter: http://www.cs.amedd.army.mil/ddl/reelsplint.asp


Tragentransport


Assistenz des Arztes

Als echte Herausforderung für alle Teilnehmer stellte sich die Aufgabe eines Patiententransports mit vollständig angelegter Reel-splint-Schiene heraus. Etliche Anläufe waren notwendig um eine praxistaugliche Lösung für einen Vertikaltransport zu finden. Letztendlich stellte sich unsere REACT als Trage der Wahl für diesen Zweck heraus. In ihr ist genug Platz für die Unterbringung der kompletten Schiene, und es kann durch den fest integrierten Sitzgurt eine ausreichende Entlastung der Beine erzielt werden.

Die in den theoretischen Teilen oft lebhaft geführten Diskussionen über die Anwendbarkeit von EH Techniken bei der Höhlenrettung machten uns wieder einmal folgendes klar: Das von uns geliebte Höhlenumfeld stellt an Helfer und Retter erheblich höhere Anforderungen als der gebrochene Fuß an der nächsten Straßenkreuzung. Fernab von Notarzt und RTW liegt das Wohlergehen des Patienten in unseren Händen. Gut, wenn dann jeder Handgriff sitzt.

In diesem Sinne allseits „Glück Tief“ (P. Stein)


Rettungsübung in der Gönningershöhle

Am Sonntag, den 14. Oktober trafen wir uns am Wandererheim oberhalb von Dettingen zur Durchführung einer Rettungsübung in der Gönningershöhle. Dank der freundlichen Unterstützung des Forstamts Münsingen, das uns für den Materialtransport eine Fahrgenehmigung erteilte, wurde der Transport des Rettungsmaterials deutlich erleichtert.
Die Gönningershöhle ist eine Schachthöhle, deren Eingangsbereich von einer größeren Halle gebildet wird. Direkt hinter der Fortsetzung der Eingangshalle bricht nach einer Engstelle ein 12m tiefer, korkenzieherartig gewundener und relativ enger Schacht ab, der in die untere Höhlenetage führt.

Die Übungsleitung hatte sich folgendes Szenario ausgedacht: Eine Höhlenforscherin erleidet in den unteren Bereichen in einer Engstelle einen Hexenschuss und kann die Höhle aus eigener Kraft nicht mehr verlassen. Die Alarmierung erfolgte durch Ihren Begleiter über die Rettungsleitstelle Esslingen. Direkt nach dem Eintreffen am Höhleneingang veranlasste die Einsatzleitung die Entsendung eines Vorstoßtrupps, der die medizinische Erstversorgung der Patientin gewährleistete.
Da das Verletzungsmuster ein selbständiges Verlassen der Höhle über den Schacht nicht zuließ wurde die Patientin zunächst aus der Engstelle gerettet, untersucht, versorgt und dann in einen SKED-Stretcher (eine flexible Trage aus Kunststoff) verbracht. Während mittels Heulruftelefon eine Kommunikationsverbindung zum Eingang aufgebaut wurde begann der Techniktrupp bereits Flaschenzüge für den Schachttransport der Trage einzubauen. Über die bestehende Telefonleitung wurde die Einsatzleitung am Höhleneingang ständig mit Informationen über den Patientenzustand, Materialnachforderungen und Fortschritt des technischen Ausbaus informiert. Hauptschwierigkeit stellten die Enge des Schachtes und dessen korkenzieherartige Windung dar.
So ging der Tragetransport im Schacht an manchen Stellen nur zentimeterweise voran, zwischen dem Gesicht der Patientin und der Felswand waren an einigen Stellen nicht mehr als 5 cm Raum. Dies erforderte größte Umsicht und allerhöchste Konzentration der eingesetzten Rettungskräfte.

Bereits 4 Stunden nach dem Eintreffen der Einsatzkräfte konnte die Patientin am Höhlenausgang begrüßt werden. Angesichts der Schwierigkeiten der Rettung wurde die Übung in einer hervorragenden Zeit absolviert, Einsatzleiter A. Maier war zufrieden und verweist auf die reibungslose Zusammenarbeit der eingesetzten Kräfte. Der Erfolg der Übung begründet sich auf das regelmäßige Training auf das die Retter zur Erfüllung Ihrer Aufgabe angewiesen sind. Man ist zwar hinterher fix und fertig, freut sich aber doch, die gestellten Aufgaben bewältigt zu haben, darin waren sich alle Beteiligten einig.

I. Bauer


Seminar Kommunikation und Orientierung

Am 13. Oktober trafen wir uns zum Seminar Kommunikation und Orientierung in den Seminarräumen der Berufsfeuerwehr Reutlingen. Nach einer Einführung in die Grundlagen der Kartenkunde und den Umgang mit Karte und Kompass wurden die bei der Höhlenrettung verwendeten Kommunikationsmittel vorgestellt, sowie deren Vorteile und Einschränkungen in ihrer Anwendung aufgezeigt. Im Anschluss hielt Rafael Grimm einen kurzen Vortrag über die Grundlagen und den Umgang mit dem GPS und wir übten den Umgang mit den Geräten.

Nachmittags wurden auf dem Gelände der BF dann die erarbeiteten Grundlagen der verschiedenen Kommunikationsmittel in die Praxis umgesetzt. Der Aufbau gelang problemlos, auch das einhalten der BOS-Richtlinien funktionierte gut. Im zweiten Abschnitt wurde durch künstlich erzeugten Streß die Messlatte dann etwas höher gelegt, und erste Fehler schlichen sich ein. Es ist halt doch nicht so einfach, langjährig angewöhnte Höflichkeitsfloskeln einfach so abzulegen. Nach einigem Training gelang es aber allen Teilnehmern eine fehlerfreie Kommunikation aufzubauen.

In einer Pause wurde der Umgang mit dem KED-System (ein Wirbelsäulenfixationssystem) geübt. Um die erschwerten Bedingungen in der Höhle zu simulieren, kamen die Teilnehmer in den Genuss, einen Patienten mit dem KED aus einem PKW zu retten. Insgesamt war es für alle ein lehrreicher Tag, der bei einem leckeren Essen und einem Bier bei der Arge Grabenstetten seinen Ausklang fand.

I. Bauer



Höhlenrettung übte in Hohenlohe

BLAUFELDEN. „Suchtrupp ab in die Höhle, Telefonmannschaft Geräte überprüfen und fertig machen. Tragentrupp einsatzbereit halten.“ Ruhig aber bestimmt instrumentiert Einsatzleiter Michael Hottinger seine Helfer. Jeder der rund ein Dutzend anwesenden Retter erhielt eine Aufgabe in dem Szenario, mit dem die Höhlenrettung Baden-Württemberg e.V. am Samstag nahe Blaufelden den Ernstfall probte.

Ein kleiner Junge, so die Übungsannahme, war zu einer Mutprobe mit der elterlichen Taschenlampe 250 Meter weit in die Heinzengrabenhöhle bei Blaubach gekrabbelt. Tief im Innern der Höhle versagte die Lichtquelle ihren Dienst. Im stockdunklen System der rund ein Kilometer langen Bachhöhle hieß es nun für den jungen Abenteurer auf Hilfe zu warten. „Oft wissen wir nicht was uns erwartet und müssen erst einen Suchtrupp in die Höhle schicken“ erläutert Rettungsleiter Hottinger. Der 39jährige Metzinger ist sehr erfahren, er betreibt Höhlenforschung schon seit Jahren als Hobby.

Während die ersten Höhlenretter zum Vermissten vorstoßen und dort die medizinische Versorgung vornehmen, legen andere Helfer eine Telefonverbindung in die von neun Grad kaltem Wasser durchflossene Höhle. „Wir wollen möglichst schnell Kontakt zwischen dem Unfallort unter der Erde und der Einsatzleitung oben herstellen,“ erläutert Hottinger`s Kollege Rafael Grimm. Funk ist durch die dicken Felsschichten selten möglich, so bleibt oft nur das Verlegen von speziellen Feldtelefongeräten – kein Spaß bei 250 Meter Strecke in meist niederer Gangart wie Kriechen oder Krabbeln.

Die Höhlenrettung Baden-Württemberg e.V. ist mit 140 Mitgliedern die größte Organisation ihrer Art in Deutschland. Im Bedarfsfall werden die der Höhle jeweils nächstverfügbaren Einsatzkräfte alarmiert. Das Rettungsmaterial lagert bei der Berufsfeuerwehr Reutlingen und der Bergwacht in Lenningen-Schopfloch. Von dort wird es im Notfall zum Einsatzort gebracht.
Die Höhlenrettung Baden-Württemberg e.V. kann über ihren zentralen Notruf bei der Rettungsleitstelle Esslingen 07153/19222 alarmiert werden. Einsätze in Hohenlohe sind durchaus denkbar: Speziell in der Gegend rund um Gammesfeld existieren zahlreiche Höhlensysteme. Einige der längsten Höhlen des Landes sind dort zu finden, darunter das über neun Kilometer lange Fuchslabyrinth.

Gegen Mittag kommt dann endlich die erwartete Meldung: „Höhle an Einsatzleitung: Vermisster gefunden, unterkühlt aber ansprechbar.“ Der medizinische Betreuer in der vor Ort entscheidet sich auf Grund der niedrigen Körpertemperatur des Patienten für einen Tragentransport. Eingebunden in eine spezielle Kunststoff-Trage und mit Wärmepackungen versorgt, beginnt jetzt das härteste Stück Arbeit. Über scharfkantige Felsen und durch engste Durchlässe wird der Patient bugsiert, eine Belastung für Retter und Geretteten. Fünf Stunden nach Einsatzbeginn ist die Trage mit dem Patienten aus der Höhle. Die Helfer in ihren eng anliegenden Taucheranzügen sind schweißgebadet und „Opfer“ wie Rettern sieht man gleichermaßen die Erleichterung an, wieder am Tageslicht zu sein. (alm)


Rettungsübung im Bergwerk "Himmlisch Heer" am 02.06.2007

Am 2. Juni 2007 trafen sich 25 Höhlenretter in Hallwangen am Erlebnisbergwerk "Himmlisch Heer" zu einer Rettungsübung.
Die Übungsannahme: Durch ein Erdbeben im Bereich des Freudenstädter Grabens wurde das Stollenmundloch auf eine Länge von 25m verschüttet, eine Besuchergruppe unbekannter Größe befindet sich noch im Bergwerk.


Letzter Check des Materials

Der Auftrag der Höhlenretter: Über den noch passierbaren, etwa 23m tiefen, Wetterschacht ein zu fahren. Danach das Bergwerk nach den Vermissten zu durchsuchen, diese, wenn nötig, medizinisch zu versorgen, und anschließend über den Wetterschacht zu evakuieren. Durch den Einsturz des Stollenmundlochs wurde auch die elektrische Leitung gekappt, so dass im Bergwerk absolute Dunkelheit herrschte.


Einstieg in den Wetterschacht

Nach kurzer Suche dann die Meldung: 6 Personen sind aufgefunden, zwei von Ihnen sind so schwer verletzt, dass sie mit Tragen evakuiert werden müssen. Eine weitere Person ist noch im Bergwerk abgängig, nachdem Sie tastender Weise versucht hatte in der Dunkelheit einen Ausgang zu finden um Hilfe zu holen.
Etwa 20 Minuten später wird auch diese Person unverletzt aber unterkühlt auf der unteren Sohle aufgefunden und zur Gruppe zurück begleitet. Die Evakuierung ist nicht gerade leicht: Zwei Verletzte und 5 Personen, unter Ihnen 2 Kinder, müssen zunächst von der unteren Sohle etwa 5 m nach oben gebracht, dann durch die engen Gänge des historischen Bergwerks geleitet und schließlich durch den Wetterschacht hoch gezogen werden.


Schachttransport

Dank des hoch konzentrierten Einsatzes der Retter konnte die Einsatzleitung nach 4 Stunden vermelden: Alle Eingeschlossenen gerettet, keine weiteren Personen mehr im Bergwerk.
Der Tag klang mit einem gemütlichen Beisammensein in einer rustikalen Vesperstube aus.

Unser Dank gilt dem Förderkreis historischer Bergbau e.V. Hallwangen, der uns diese Übung ermöglicht hat, sowie allen Teilnehmern und Übungsopfern.

I. Bauer


Seminar Einseiltechnik II am 12.-13.05.2007

Am 12. und 13.Mai trafen wir uns zum Einseiltechniktraining am Käpfle-Aussichtsturm. Auf dem Ausbildungsplan standen diesmal Flaschenzüge und komplexe Tragentransporte, sowie Seilbahnbau und die dazugehörigen theoretischen Grundlagen. Bei herrlichem Wetter kamen die Teilnehmer ganz schön ins Schwitzen. Insgesamt ein lehrreiches und interessantes Wochenende, bei dem jeder etwas dazu gelernt hat.

...



Höhlenrettungsübung im Himmelsfelsenschacht bei Eybach am 23.04.2007

"Ein Wanderer hört Hilferufe aus dem Himmelsfelsenschacht bei Eybach, klettert nach unten, um nachzuschauen und schafft es selbst nicht mehr zurück ans Tageslicht". So lautete die Meldung, die Ausbilder Ingo Bauer für das Übungsszenario der Höhlenrettung Baden-Württemberg e.V. in der Höhle oberhalb Geislingen-Eybach vorbereitet hatte.

So mussten die zwölf Teilnehmer der Übung am vergangenen Sonntag nicht nur dem "Wanderer" aus der Höhle helfen. Zwei Schacht-Etagen tiefer, rund 40 Meter unter dem Eingang, entdeckte der Erkundungstrupp dann auch denjenigen, von dem die Hilferufe stammten: Ein abgestürzter Höhlenforscher hatte sich in einer Spalte verklemmt und sollte gerettet werden. Kein leichtes Unterfangen, zumal die Untertage-Retter vor dem Transport aus dem Schacht erst eine Beinverletzung medizinisch zu versorgen hatten.

Die Höhlenrettung Baden-Württemberg e.V. ist neben der Malteser Höhlenrettungsgruppe aus Göppingen eine von zwei Gruppen im Land, die sich auf die Rettung aus Höhlen und unterirdischen Hohlräumen spezialisiert haben. Wenn das Team zum Einsatz gerufen wird, eilen die nächstgelegenen Helfer zum Unfallort. Das Rettungsmaterial - Seile, Tragen und Medizinausrüstung - wird aus den Depots Reutlingen oder Lenningen-Schopfloch von der Feuerwehr oder der Bergwacht angeliefert.

Rund eine Stunde nach der Alarmierung ist in Eybach die Übung in vollem Gange. Mit Hilfe von Grubentelefonen ist eine Verbindung nach oben zur Einsatzleitung hergestellt, erste Meldungen dringen durch: "Verletzter Höhlenforscher aus Spalte gerettet, Verdacht auf Beinfraktur linker Unterschenkel, Patient wird zum Tragentransport vorbereitet", meldet Telefonist Rafael Grimm an die Einsatzleitung am Höhlenausgang.

In aller Eile werden nun Flaschenzugsysteme im den Schächten installiert. Die Techniker unter den Höhlenrettern setzen noch die eine oder andere Verankerung, Seile werden verknotet, Karabiner klicken. Wenige Stunden nach Beginn der Übung sind alle Zug- und Sicherungssysteme aufgebaut, es kann losgehen. Trotz einer sehr flexiblen und schmalen Trage, gestaltet sich der Transport besonders im sehr engen oberen Schachtteil als recht schwierig. "Viele lose Steinbrocken, gerade oben im Eingangsbereich, machen die Sache sehr gefährlich. Die Mannschaften unten sind dem Steinschlag fast schutzlos ausgeliefert", warnt Ingo Bauer. Während im oberen Schacht die Teams noch schuften, können die anderen unten nur warten. Der Weg nach oben ist noch nicht freigegeben. "Da fängt man schon mal an zu frieren", weiß Höhlenretter Michael Hottinger. Während draußen die Sonne scheint, ist es unten "im Loch" gerade mal neun Grad "warm". Bei längeren Einsätzen werden daher alle, Retter und Opfer, mit warmem Tee und Suppe versorgt.

Am späten Nachmittag, nach rund vier Stunden schwerster Arbeit, haben die Untertage-Retter es dann geschafft. Der Patient ist geborgen, Material und Personal sind heil aus dem Schacht. Der "hilfreiche Wanderer" kann den Schacht mit Unterstützung selbst verlassen. Und besonders wichtig für die Moral der Gruppe: Ausbilder Ingo Bauer ist im Großen und Ganzen zufrieden mit der Aktion.

Autor: Alexander Maier


Ausbildungs- und Prüfungswochenende am 10./11.03.2007

Am 10. März trafen sich 27 Mitglieder und Gäste der Höhlenrettung Baden-Württemberg e.V. bei kaltem aber sonnigem Wetter zum Seiltechniktraining am Käpfle-Aussichtsturm.
Aufgrund des unterschiedlichen Ausbildungsstands wurden die Teilnehmer in zwei Gruppen eingeteilt. Die Anfänger bekamen die Grundlagen des SRT beigebracht, die Fortgeschrittenen wurden von Clemens Siebert und Patrick Stein im Basiswissen Schachtrettung unterrichtet.

Im Anschluss wurden die bei der Höhlenrettung Baden-Württemberg eingesetzten flexiblen Tragen vorgestellt und der Umgang damit erklärt. Mit SKED-Stretcher und REACT-Trage wurde dann jeweils der horizontale und vertikale Schachttransport mit Patient und Tragenbegleiter geübt.

Gegen Abend wurde es dann für die Prüflinge ernst: Für sechs angetretene Kandidaten ging es an die Prüfung zum Höhlenrettungshelfer. Übernachten konnten wir wieder im Vereinsheim der Arge Grabenstetten, das für uns schon den Charakter einer zweiten Heimat angenommen hat. Wie immer gilt unser besonderer Dank Fam. Boldt und Rudi Dufke.

Am Sonntag wurden die am Tag zuvor gelernten Ausbildungsinhalte vertieft und parallel dazu für einige Kandidaten die Prüfung zum Höhlenretter abgenommen. Auch am Sonntag zeigte sich das Wetter von seiner besten Seite, so dass wir auf ein rundherum gelungenes Wochenende zurück blicken können.

Die Höhlenrettung Baden-Württemberg e.V. gratuliert
Daniel-Frank Bauer
Rafael Grimm
Bernd Hugger
Clemens Siebert
Patrick Stein
Ken Clements
zur bestandenen Prüfung zum Höhlenrettungshelfer.
Clemens Siebert
Patrick Stein
zur bestandenen Prüfung zum Höhlenretter. Herzlichen Glückwunsch!

I. Bauer


Übung: Nach neun Stunden war "Verletzte" aus der Höhle geholt

GRABENSTETTEN. 54 Höhlenretter aus ganz Deutschland haben am Samstag in und an der Falkensteiner Höhle zwischen Bad Urach und Grabenstetten (Kreis Reutlingen) an der größten, jemals in Deutschland abgehaltenen Höhlenrettungsübung teilgenommen.
Am frühen Morgen, kurz vor 6.30 Uhr ging dann bei Gesamteinsatzleiter Alexander Maier die Alarmierung per Handy ein.
Eine Frau sei in der Falkensteiner Höhle bei Bad Urach gestürzt, sie sei verletzt, man wisse jedoch nicht, wie schwer und wo sie sich in der Höhle befinde.
Der alarmierende Begleiter sei nach dem Telefonat mit der Rettungsleitstelle wieder in die Höhle gegangen.
Vom Übernachtungsort der Höhlenretter, der Nicolaiwasenhalle in Bad Urach, wurden zuerst die Kräfte der Höhlenrettung Baden-Württemberg e.V. in Marsch gesetzt.
An der Höhle angekommen, machten sich ein dreiköpfiger Vorstoßtrupp mit Notarzt, der Rettungsleiter und ein weiterer Höhlenretter fertig, eine Einsatzleitung wurde aufgebaut.
Kurz darauf traf auch das von der Berufsfeuerwehr Reutlingen angelieferte Rettungsmaterial des Teams ein.

..........

Dem Einstieg der ersten Mannschaft folgte ein Höhlentaucher, dessen Aufgabe es war, den ersten Siphon, etwa 400 Meter tief in der Höhle, abzusichern.
Das Übungsopfer wurde rund 1000 Meter in der Höhle aufgefunden und versorgt. Nach und nach forderte die Einsatzleitung weitere Kräfte nach, zuerst die Helfer der Malteser Höhlenrettung, dann die Kollegen aus Nord- und Südbayern sowie Thüringen.
Die Mannschaften richteten eine Telefonverbindung in die Reutlinger Halle ein, bauten vor dem ersten Siphon eine Verpflegungs- und Aufwärmstation auf und halfen beim Transport der Trage.

......

Bereits um 14 Uhr hatte die "Verletzte" den Siphon passiert und war auf dem Weg ans Tageslicht.
Gegen 16.30 Uhr, nach neun anstrengenden Stunden, erreichten Retter und Opfer wohlbehalten das Höhlenportal

Autor: Alexander Maier, Einsatzleiter


Ausflug ins Nidlenloch

Eigentlich wollten wir (5 Mitglieder der Höhlenrettung Baden-Württemberg) über Ostern ins Französische Jura fahren und dort zelten und Höhlentouren machen.
Nun, so war es geplant, doch der Wettergott meinte es nicht gut mit uns. Nachdem es auch am Gründonnerstag regnete und die Vorhersage Dauerregen bis Anfang der kommenden Woche prophezeite, beschlossen wir kurzerhand unser Ziel zu ändern und das Nidlenloch in der Schweiz zu besuchen.
Das Nidlenloch ist eine in den Sequanien-Kalken im Schichtfallen angelegte Höhle von über 7 km Länge.
Der Hauptgang bis zum Forster-Schacht ist mit Leitern ausgebaut und wird häufig besucht. Die Besuchszahlen liegen bei unglaublichen 5000 Besuchern/Jahr und lassen so manche Schauhöhle vor Neid erblassen. Die auf den Forsterschacht folgende Schachtserie ist mit einzementierten Ringhaken versehen und muss mit eigenem Material ausgebaut werden.

Am Karfreitag, dem Tag unserer Anreise, unternahmen wir eine erste Vortour in die Höhle um uns zu orientieren und die Seile bis zum Forsterschacht zu transportieren. Samstags ging es dann los, wir hatten viel Spaß und eine wunderschöne Tour. Leider mussten wir auf dem Rückweg feststellen, dass der sogenannte Trockensee,
der zu Beginn unserer Tour gerade mal 10cm Wasser führte auf über 90cm angestiegen war und nur noch eine schmalen Spalt unter der Decke freiließ.

Da es keinen anderen Weg gibt, mussten wir also durch. Bei einer Wassertemperatur von vielleicht 5°C nicht das reine Vergnügen, wenn man keinen Neopren anhat. Aber erfrischend. Zum Glück ist es von da bis zum Ausgang nicht mehr weit und geht nur bergauf.

Nach einer heißen Dusche und einem herrlichen Käsefondue im Gasthaus Hinter Weissenstein war die Welt wieder in Ordnung.
Die für Sonntag geplante Tour in den Truggang musste dann wegen anhaltender Schneeschmelze, Dauerregen und des vorhandenen Siphons leider ausfallen.
Wir werden aber wiederkommen und das Versäumte nachholen!

Ingo Bauer


Prüfungs- und Ausbildungswochenende am 08/09.04.06

Am 08. und 09. April fand am Käpfle-Aussichtsturm die Ausbildung Einseiltechnik II statt. 14 Mitgieder und Gäste der Höhlenrettung Baden-Württemberg e.V. trafen sich am Samstag bei bestem Wetter um den Umgang mit Flaschenzügen, Seilbahnen und Tragen zu üben.

...

Nach dem Aufbau von Verankerungen standen Flaschenzüge auf dem Ausbildungsplan. Obwohl der Aufbau anfänglich kompliziert erscheint, begriffen die Teilnehmer schnell das Konzept und waren nach kurzer Zeit in der Lage, eigenhändig einfache Zugsysteme aufzubauen. Die erarbeiteten Kenntnisse wurden dann mit der Schwarzer-Trage und dem REACT-Stretcher in die Praxis umgesetzt.



Nach einem langen und arbeitsreichen Tag freuten wir uns schon auf die Übernachtung in Bötttingen. Zuvor besuchten wir jedoch noch eine Gaststätte in Auingen und genossen die Feinheiten der Schwäbischen Küche. Am nächsten Tag stand dann für fünf Mitglieder die Prüfung zum Höhlenretter an, zwei Höhlenrettungshelferprüfungen standen zusätzlich auf dem Plan. Die Nervosität stand einigen Teilnehmern deutlich ins Gesicht geschrieben. Parallel dazu fand für die Übrigen die Ausbildung statt. Die am Vortag erlernten Techniken galt es nun bei verschiedenen Aufgabestellungen umzusetzen.
Am Ende des Tages konnten wir dann fünf Höhlenrettern und zwei Höhlenrettungshelfern zur bestandenen Prüfung gratulieren. Alles in allem war es ein schönes und erfolgreiches Wochenende.


Ingo Bauer
Ausbildungsleiter
Höhlenrettung Baden-Württemberg e.V.


Rettungsübung in der Laichinger Tiefenhöhle am 11.02.2006

Am 11.02.2006 aus der grauen Rheinebene kommend, fuhren wir auf die winterlich sonnige Alb die sich uns von ihrer schönsten Seite präsentierte. Da wir frühzeitig an der Tiefenhöhle ankamen, durften wir uns noch an der Scheebefreiung des Parkplatzes beteiligen. Dank der VIP-Stellung der Tiefenhöhle kam eine stattliche Anzahl von 45 Höhlenrettern, der HR-BW und der Malteser Höhlenrettung, für eine gemeinsame Rettungsübung zusammen. Nach einem spontanen Test, was mit einem Geländewagen passiert, wenn dieser versucht in einer 70cm hohen Schneeverwehung zu parken, begann die wohl bequemste Rettungsübung die ich bisher mitgemacht habe.

Der Bereitstellungsraum befand sich am offiziellen Höhlenausgang im warmen Keller, die Rettungsleitung verlegte ihre Zentrale sogar in den Heizungskeller. Nachdem die Opfer platziert waren standen nun 45 eifrige Retter auf wenigen qm bereit, in die noch ruhige Höhle zu quellen. Der Start begann daraufhin etwas konfus, da alle gleichzeitig in die Höhle wollten. Der Techniktrupp der HR-BW, dem ich angehörte, bekam die Aufgabe, den Schacht zum Opfer und die nächsten Treppenabsätze mit Zugsystemen auszubauen. Damit kam der nächste Komfort-Bereich zum tragen: Treppen, Leitern, Stufen, Wege und elektrische Beleuchtung.

...


Mit den BOSCH-Bohrmaschinen im Anschlag begannen wir den rettungstechnischen Ausbau der Tiefenhöhle. Dank der Treppen waren unsere Zugsysteme in Rekordzeit installiert. Wir waren zum ersten mal schneller fertig als die Opfer versorgt und in ihre Tragen verpackt werden konnten. Gleichzeitig hatte eine Technikgruppe aus Maltesern und HR-BWlern die weiteren Systeme bis zum Höhlenausgang ausgebaut.

Die Opfer wurden je von einer Malteser- und einer HR-BW-Gruppe betreut. Als erstes kam die Trage der HR-BW bei uns an und konnte ohne Probleme an die nächste Gruppe übergeben werden. Danach folgte eine Ruhepause für uns, die wir dazu nutzten selbsterwärmende Nahrung zu uns zu nehmen, dabei konnte ich lernen, dass es auch bei Nahrung Blindgänger gibt, aber das Chili con carne schmeckte kalt nicht wirklich schlecht. Zumal unser HR-BW-eigenes Filmteam mit seinen ichleuchtedichanundmachdichblind-Scheinwerfern der Größe XXL dafür sorgte, dass mein Essen angewärmt wurde.

Dann folgte die Trage der Malteser und damit begann für uns ein kleines Problem, da wir diese Trage nicht kannten und unsere Zugsysteme auf die uns bekannten Tragen der HR-BW abgestimmt hatten. Nach Versuchen das Opfer gegen dessen Beweglichkeit zu verbiegen und mehrmaligem Aufstöhnen des Opfers konnten wir unter Kommandos der Malteser-Tragenbegleitung die Trage mit gemeinsamer Anstrengung ohne weitere Opfermalträtierung in den horizontalen Teil bringen.

Danach hieß es das ganze Material wieder aus der Höhle zu schaffen, normalerweise ein nie endender, die letzten Kräfte fordernder Job, aber den Treppen sei Dank, in der Tiefenhöhle in kürzester Zeit erledigt. Um kurz nach 17:00 Uhr war damit nach ca. 6 Stunden die Rettungsübung erfolgreich beendet.

Und war das ganze noch nicht komfortabel genug wurden wir in der zugehörigen Wirtschaft auch noch vom Höhlen- und Heimatverein Laichingen bewirtet.

An dieser Stelle einen herzlichen Dank an die Laichinger (die vermutlich die nächsten Wochen damit verbrachten die Höhle von Grund auf zu reinigen, um wieder weisshosige Touristen empfangen zu können), dass wir die Höhle als Rettungsobjekt nutzen durften! Bei dieser Übung zeigte sich, dass unsere beiden Rettungsorganisationen ohne (Auf-) Reibungsverluste gut zusammenarbeiten können. Nachholbedarf besteht allenfalls in der Kenntnis des Materials und dessen Verwendung der jeweils anderen Gruppe.

Guido Hoffmann

PS.: zum Geländewagentest: dieser blieb stecken und musste freigeschaufelt und angeschoben werden


Weiter zu den älteren Übungsberichten