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Zur Übung in der Lamprechtshöhle ist folgender Artikel in der Salzburger Nachrichten erschienen.
13.01.2003 Salzburger Nachrichten
"Ofenloch" wird die Lamprechtshöhle in St. Martin bei Lofer genannt. Über 80 Helfer arbeiteten dort im Zuge einer großen Übung zusammen.
ST. MARTIN/LOFER (SN-walter). Die tiefste Durchgangshöhle der Welt war am Wochenende Schauplatz einer sehr aufwändigen Übung. Organisiert wurde sie vom "Österreichischen Höhlenrettungsdienst".
"Absturz einer weiblichen Person. Verdacht auf Becken- und Unterschenkelbruch sowie Gehirnerschütterung. Zwei Kilometer vom Eingangsbereich entfernt", lautete die Unfallannahme. 80 Mitarbeiter der verschiedenen Rettungsdienste übten für den Ernstfall. Die Lamprechtshöhle in St. Martin ist mit 1623 Metern die tiefste Durchgangshöhle der Welt.
Am
Freitagnachmittag, 11. Jänner, erfolgte die Alarmierung.
Einen Tag später, am Samstag um 11 Uhr Vormittag,
konnte die "verletzte" Person aus der Höhle geborgen
werden. Die Bergung gelang um einige Stunden rascher,
als zuvor angenommen. Neben dem "Österreichischen
Höhlenrettungsdienst" übten noch zehn anderen
Organisationen aus Österreich und Deutschland.
Unter anderem die Bergrettung, das Rote Kreuz mit
drei Notärzten, Höhlentaucher, die lokalen
Feuerwehren
und das Bundesheer. Geprobt wurde das Zusammenspiel
über
und unter Tag.
Die Bergung in diesem Teil der Höhle, der weit außerhalb der leicht zugänglichen Schauhöhle liegt, erforderte alle Kräfte. Es mussten, begleitet von speziell ausgebildeten Tauchern, unterirdische Seen auf Schwimmkörpern überwunden werden. Die "Verletzte" wurde zum Teil über bis zu 100 Meter lange Seilbahnen über Abgründe geborgen. Mit der Tragbahre ging es über steiniges, rutschiges und schwieriges Gelände.
"Das Zusammenwirken der Einsatzkräfte klappte auch im Detail ganz hervorragend", freute sich der zufriedene Einsatzleiter Helmut Obermair vom "Österreichischen Höhlenrettungsdienst".
Die folgende Webseite enthält einen Bericht mit Fotos über die letzten Rettugsübung:
http://www.untertage.com/reueb/print.htm
Hier der Zeitungsartikel:
Badische Zeitung vom Mittwoch, 30. Oktober 2002
Im Stollen verirrt: Besucherbergwerk Ort einer internationalen Rettungsübung
WIEDEN
(nn). Das Besucherbergwerk "Finstergrund" ist der
ganze Stolz der Gemeinden Wieden und
Utzenfeld sowie des Bergmannsvereins "Finstergrund".
Seit 21. August 1982 ist der Wiedener
Schaustollen des ehemaligen Bergwerks "Finstergrund"
Anziehungspunkt für Einheimische und Touristen.
Glücklicherweise ist in all den Jahren dank der
umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen kein
nennenswerter Unfall geschehen.
Doch
muss der Bergmannsverein stets damit rechnen, dass
sich im Stollen ein unvorhergesehenes Unglück
ereignen könnte. Dieser Tage wurde im Besucherbergwerk
"Finstergrund" eine umfassende Rettungsübung
in Szene gesetzt, die im Einvernehmen mit dem Bergmannsvereins
"Finstergrund" von der Höhlenrettung Baden-Württemberg
e.V. mit Sitz in Tübingen in Zusammenarbeit mit
der Gruben-Archäologischen Gesellschaft (GAG)
in Süddeutschland gestartet wurde.
Die
Höhlenrettung hat rund 180 Mitglieder, davon
30 Aktive, die regelmäßig Übungen
abhalten. Die Mitglieder der GAG übernehmen nicht
nur Eigenverantwortung, sondern sind durch Teilnahme
an Rettungsübungen mit befreundeten Höhlenrettungen
in der Lage, sich als geübte Helfer im Falle
eines Altbergbau-Unfalles zur Verfügung zu stellen.
Die Zusammenarbeit mit der Höhlenrettung Baden-Württemberg
e.V. soll in Zukunft auch durch Rettungsübungen
im Altbergbau weiter intensiviert werden.
Mit dabei waren außerdem sechs Männer und
zwei Frauen vom elsässischen Rettungsdienst in
Frankreich. Die Einsatzleitung hatte Ingo Bauer von
der Höhlenrettung, die sich auf Aktive vom Schwabenland
bis zum Südschwarzwald stützen darf. Bei
der Übung im Wiedener Besucherbergwerk "Finstergrund",
die mit dem Vorsitzenden des hiesigen Bergmannsvereins,
Gerhard Schäuble, in einem Vorgespräch abgeklärt
worden war, lag folgende Annahme zugrunde:
Zwei Mineraliensammler aus dem Breisgau haben sich
unbemerkt in den verschlossenen Besucherstollen "Finstergrund"
eingeschlichen und werden seither vermisst. Polizei
und Rettungsdienste werden nach Bekanntwerden dieses
Vorfalles unverzüglich alarmiert, und die Suche
nach den Vermissten wird aufgenommen.
Die 30 Retter werden in kompletter Ausrüstung
mit Grubenlampen und technischen Gerätschaften
gruppenweise in den dunklen Stollen geschickt. Die
zwei Personen werden schließlich an verschiedenen
Orten ausfindig gemacht, da sich einer von den beiden
um Hilfe bemüht hatte, sich aber im Stollen verirrte
und im so genannten Wernergang vor Erschöpfung
zusammenbrach.
Der
Übungseinsatz, der sehr bedacht, zügig und
gut organisiert in Gruppen vonstatten ging, stellte
in einer Stollentiefe von 2000 Meter bei einer konstanten
Temperatur von sechs Grad und einer Luftfeuchtigkeit
von 95 Prozent während der Dauer von über
zwei Stunden an die 28 Männer und zwei Frauen
hohe Anforderungen. Die "alten Füchse unter Tage"
bewältigten die Aufgaben mit Bravour und bekamen
von Einsatzleiter Bauer beste Noten.
http://www.badische-zeitung.de/1040336825772
Zum Vergrößern Bilder anklicken
Am Samstag, den 31.8. trafen sich 24 Mitglieder der Höhlenrettung Baden-Württemberg e.V. bei Oberndorf/Neckar zu einer großen Einsatzübung in der 400m langen Haugenlochhöhle. Die Höhle ist ein im Muschelkalk gelegenes System von horizontalen Gängen und Hallen, teilweise stark verstürzt, jedoch mit eindrucksvollen Sinterformationen.
Nach Aufbau einer Einsatzleitung starteten gegen 11:00 Uhr 3 Vorstosstrupps in die Höhle um einen als vermisst gemeldeten Höhlenforscher zu suchen und zu retten. Nach kurzer Zeit kam die Meldung, daß das Übungsopfer gefunden sei. Es lag eingeklemmt unter einem Felsblock und war bereits leicht unterkühlt.
Einer der Vorstoßtrupps versorgte den Verunglückten mit Suppe und isolierte ihn gegen weiteren Wärmeverlust. Während mit Hilfe des Ogofons der Höhlenrettung eine Sprechverbindung aufgebaut wurde, kümmerten sich zwei Höhlenrettungsärzte um den Verletzten.
Nach legen eines venösen Zugangs und Gabe von Schmerzmittel konnte der Felsblock vom inzwischen nachgeforderten Techniktrupp entfernt, das Opfer befreit und die Knöchelverletzung versorgt werden.
Unterdessen hatten weitere Techniktrupps Engstellen erweitert und kritische Stellen mit Seilsicherungen versehen. Nachdem der Verletzte in eine Trage gepackt war, wurde er von mehreren, sich ablösenden Tragetrupps aus der Höhle transportiert. Der Verletzte erreichte nach ca. 2 Stunden Transport das Tageslicht. Nach dem Ende der Übung folgte eine Nachbesprechung, sowie die obligatorische Reinigung des Materials. Eine Diaschau beschloss den Tag.
Nach der Übernachtung im Gymnasium Oberndorf (nochmals recht herzlichen Dank an Wolfgang und Tanja Strittmatter für die hervorragende Betreuung !) stand am Sonntag noch ein 2,5-stündiges Seminar auf dem Programm. 15 Teilnehmer liessen sich von Ausbildungsleiter Alexander Maier in die „Organisation und Logistik der Höhlenrettung Baden-Württemberg e.V.“ einführen. Zum Abschluss des Wochendes erfolgte noch eine Tour in die Bösinger Höhle.
Allen Teilnehmern und Helfern, besonders Ingo, Matthias, Tanja und Wolfgang sei Dank für ihren Beitrag zum Gelingen dieser Tage
Am 27.4.02 fand eine Begegnung der 3 benachbarten Höhlenrettungsgruppen Malteser Höhlenrettung, Speleo Secours Francaise und Höhlenrettung Baden-Württemberg e.V. statt.
Treffpunkt war das Depot der Höhlenrettung Baden-Württemberg e.V. in Schopfloch, wo die Gruppen gegenseitig ihr Material vorstellten. Danach begaben sich die Teilnehmer zur Falkensteiner Höhle wo eine gemeinsame Rettungsübung stattfand. Ziel war die Rettung eines Verletzten aus dem 1.Siphon, was auch trotz erhöhtem Wasserstand gut gelang. Schwerpunktmäßig war die Höhlenrettung Baden-Württemberg e.V. für die Herstellung der Funk- und Ogofonverbindung zum Opfer zuständig. Die Erstversorgung wurde von Helfern der Malteser Höhlenrettung übernommen und beim Tragentransport aus der Höhle waren die SSF-Retter federführend.
Bei dieser Premiere klappte die Zusammenarbeit nahezu reibungslos und wurde mit Essen und Wein anschliessend im Vereinsheim Arge Höhle und Karst Grabenstetten in Böttingen gebührend gefeiert.
Herzlichen Dank an alle Teilnehmer und jene die zum Gelingen dieser Internationalen Übung beigetragen haben. Es wird bestimmt nicht das letze Mal gewesen sein.
Alexander Maier